Harnorgane.  27

auf  Kosten  des  Organismus  —  gebildet  werden.  Daß  eine  Verarmung  an
mineralischen  Stossen  eintreten  muß,  wenn  wir  täglich  mehrere  Gramm  der
genannten  Erden  ausscheiden,  ohne  sie  durch  die  Nahrung  in  entsprechenden
Mengen  wieder  aufzunehmen,  und  daß  sie  mitunter  dringend  nötig  sind,  wenn
sie  zur  Bindung  zu  reichlich  entstandener  Säuren  Verwendung  finden,  liegt
auf  der  Hand.  Sie  geben  unseren  Knochen  die  nötige  Festigkeit  und  bewahren
unser  Blut  vor  übermäßiger  Säurebildung.
Es  ist  daher  wohl  begründet,  wenn  man
jetzt  so  viel  von  Nährsalzen  spricht.  Man
versteht  darunter  Erden,  also  Kalk,  Natron
usw.,  die  mit  einer  Säure,  z.  B.  mit
Phosphorsäure  oder  Harnsäure,  in  Verbindung
  treten.

Aus  dem  freigewordenen  Stickstoff
entstehen  auch  andere  Verbindungen,  welche
eine  giftige  Wirkung  im  Organismus  ausüben
  und  deshalb  nicht  zurückgehalten  werden
  dürfen.  Es  sind  das:  Kreatin,
Kreatinin,  Hippursäure  und  andere
in  geringeren  Mengen  vorkommende.  Unter
Stoffwechselstörungen,  Vergiftung  durch
Selbstgifte,  versteht  man  die  Zurückhaltung
und  Wirkung  eben  dieser  Stoffe,  die  -
schwere  chronische  Störungen  hervorrufen  Fig.  16.  Harnorgane.

können.  Darum  die  immer  wiederkehrende  Awerchelle  Venc.

Ermahnung,  für  kräftigen  Stoffwechsel  Hierenvene.

Sorge  zu  tragen,  für  normale  Ausschei-  5  Ataus.

dungen  durch  Niere,  Darm  und  Haut,  6  Nierenarterie.
#r’  *u  »O  7  Harnleiter.

damit  nichts  zurückgehalten  werde,  was  8  Blase.

nicht  bleibend  in  den  Organismus  9  Teil  des  Mastdarms.
hineingehört.

Bei  Erkrankung  der  Nieren  fällt  jener  Reinigungsvorgang,  durch  welchen
die  genannten  Stoffe  aus  dem  Blut  in  die  Harnkanälchen  geraten,  ganz  oder
teilweise  weg;  es  kann  daher  eine  dauernde  schwere  Erkrankung  der  Nieren
nie  lange  ertragen  werden  und  sie  äußert  sich  bald  durch  Allgemeinstörungen.

Außer  anderen  Stoffen,  die  hier  nicht  weiter  angeführt  werden  sollen,
weil  wir  uns  nur  auf  das  Wesentlichste  beschränken,  ist  es  noch  das  Kochsalz,
das  sich  wie  im  Schweiß  und  in  den  Tränen  auch  reichlich  im  Harn  besindet.
Da  das  Kochsalz  hauptsächlich  durch  die  Nahrung  künstlich  zugeführt  wird,  so
dentet  dieser  Umstand  an,  daß  wir  entschieden  zu  viel  davon  aufnehmen  und
unsere  Organe  damit  also  unnötigerweise  belasten.  Von  einem  bloßen  Durchgehen
  eines  Fremdstoffes  durch  den  Körper  haben  wir  keinen  Nutzen,  wohl