Verdauungsapparat.  31

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Verdanungsgeschäft  von  größter  Bedeutung  und  für  unzählige  Menschen  die
Quelle  beständiger  Pein.  Man  denke  nur  an  die  vielen  Magenkatarrhe,
Magengeschwüre,  Magenerweiterungen  usw.

Vielesser  und  Vieltrinker  (besonders  Biertrinker!)  bekommen  einen  von
der  täglichen  Ausweitung  schließlich  übermäßig  vergrößerten  und  erschlafften
Magen,  der  einem  natürlichen  gar  nicht  mehr  ähnelt  und  der  selbswerständlich
  auch  keinen  normalen  Magensaft  mehr  zu  erzeugen  imstande  ist.  Häufige
Reize  der  Magenschleimhant  durch  Gewürze,  Alkohol  oder  heiße  Gerichte
haben  anfänglich  stärkere  Magensaftbildung  zur  Folge,  dann  aber  Erschlaffung
der  Magendrüsen  und  Nerven,  Verminderung
oder  anormale  Beschaffenheit  des  Magensaftes.

Bei  Bleichsucht,  Blutarmut  und  allgemeinen
Schwächezuständen  tritt  auch  häufig  Magenerweiterung
  und  -senkung  auf.

Es  ist  allgemein  bekannt,  daß  Erbrochenes
noch  nicht  jene  Veränderung  erlitten  hat,  die  den
Darminhalt  kennzeichnet,  sondern  daß  vielmehr
das  Genossene  noch  ziemlich  dentlich  zu  erkennen
ist  und  sich  durch  den  sanren  Geruch,  Gerinnung

(man  denke  an  die  Milch),  Verflüssigung  und  Fig.  10.  Durchschuitt  durch
Vermis  ller  Speis  d  G  tra  k  a.  die  Schleimhant  des  menschdermischung
  aller  Speisen  und  Getränke  aus-  lichen  Zwölffingerdarms.
zeichnet;  es  beweist  uns  dies,  daß  die  Haupt=  #gotten.  b  Schleimhautverdauung
  nicht  im  Magen,  sondern  im  Dünn=  grundlage.  c  Brunuer'sche
d  tattfindet  die  Unk  i  d  der  Drüsen.  ii“  Ausführungsarm

  stattfindet,  wo  die  Unkenntlichwerdung  der  gang  derselben.
Speisen  beginnt.  al  Sie  tieferen  Schichten
rr  "z  z-#  )1  m  a  d  r-Durch
  den  Magenpförtner  wird  der  saure  Fchleimht  und  Unoe-Mageninhalt

  in  kleinen  Mengen  infolge  Bewegungen

  der  muskelhaltigen  Magenwand  in  den  Darm  geschafft  und  dort
dem  Einflusse  von  drei  anderen  Verdanungssäften  ausgesetzt:  dem  Darmschleim,
  der  Galle  und  dem  Speichel  des  Pankreas  oder  der  Bauchspeicheldrüse.
  Das  Fett,  das  bisher  in  Mundhöhle  und  Magen  nicht  verändert
wurde,  erleidet  jetzt  eine  Umwandlung;  Zucker=  und  Peptonbildung  schreitet
anch  im  Dünndarm  weiter,  und  nun  beginnt  die  Aufsangung  der  gelösten
Flüssigkeit  durch  die  Darmzotten.

Es  scheint  aufangs  unverständlich,  auf  welche  Weise  die  große  Menge
der  aufgelösten  Nährstoffe  in  die  Blutbahn  und  von  dieser  nach  allen  Teilen
des  Organismus  hin  gelangt,  ohne  daß  wir  eine  mit  freiem  Auge  sichtbare
Verbindung  zwischen  Darmrohr  und  großen  Gefäßen  entdecken  können.  Der
Darm  ist  vielmehr  bis  an  sein  Endstück  geschlossen  und  die  von  außen  an
denselben  herantretenden  Blutgefäße  sind  klein  und  netzartig  verzweigt.  Dennoch
sehen  wir  die  so  reichhaltige  Darmflüssigkeit  verschwinden  und  die  Nahrungsreste
  in  festem  Zustande,  oft  sogar  trocken,  ans  dem  Dickdarm,  dem  Endstück