Sinnesorgane.  33

die  Aufsaugung  durch  die  Darmschleimhaut  findet  nicht  statt  oder  nur  unvollkommen,
  und  daher  tritt,  wie  bei  Cholera,  rasch  Verfall  der  Kräfte  ein.
Ebenso  liegt  es  nahe,  daß  bei  reichlichen  Stuhlentleerungen  und  zu  reichlicher
Nahrungsaufnahme  das,  was  als  Darmkot  abgeht,  nicht  alles  Unverdauliches
sein  kann,  sondern  daß  ein  großer  Teil  davon  nicht  ausgenützte  Speisereste
sind,  die  infolge  der  überladung  des  Magens  und  Darmes  gar  nicht  zur
vollständigen  Anflösung  gelangen  und  nur  als  Ballast  das  Verdanungsrohr
passieren.  Die  erschlaffende  Wirkung  des  Vielessens  und  Trinkens  und  die
Vergeudung  an  wertvollen  Nährstoffen  liegt  somit  zutage.

Da  unter  der  Frauenwelt  auch  Lebererkrankungen  sehr  häufig  sind,  so
müssen  wir  auch  dieser  größten  Drüse  des  menschlichen  Körpers  einige  Worte
widmen.  (Siehe  Heilkunde,  Buchstabe  L.)  Sie  liegt  bekanntlich  auf  der
rechten  Seite  unter  dem  Zwerchfell,  ist  von  derbem  Gewebe  und  erzeugt
einen  besonderen  Verdauungssaft,  die  grünbraune  Galle;  diese  hat  die  Aufgabe,
  die  Zersetzung  des  Darminhaltes  zu  verhindern  und  das  Fett  des  Speisebreies
  zur  Aufnahme  in  die  Säftemassen  bereit  zu  machen.  Eine  Stauung
und  Zurückhaltung  des  Lebersaftes  hat  Störungen  im  Verdauungsvorgang
zur  Folge,  hellen  Stuhl,  weil  der  Gallenfarbstoff  fehlt,  und  Schmerzen  in  der
Leber.  Die  Leber  hat  auch  noch  andere  Aufgaben,  mit  welchen  wir  uns
jedoch  hier  nicht  weiter  befassen  können.  Sie  ist  ein  sehr  wichtiges  Organ,
dessen  Gesunderhaltung  von  Bedeutung  für  den  ganzen  Organismus  ist.  —
Fig.  20  zeigt  uns  die  Lage  der  Eingeweide  nach  Entfernung  der  Bauchdecken
und  des  Netzes,  und  die  Farbentafel  „Brust=  und  Bauchorgane"  bringt
uns  eine  deutliche  Darstellung  der  Verhältuisse.

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Die  Sinnesorgane.

Das  Sinnesorgan  für  die  Empfindung  ist  die  Haut,  und  diese  haben
wir  ihrer  besonderen  Aufgaben  wegen  schon  ausführlicher  besprochen.  Nun
bleiben  uns  noch  übrig:  das  Auge  für  die  Lichtempfindung,  das  Ohr  für  die
Schallempfindung,  die  Nase  für  die  Geruchsempfindung,  die  Zunge  und  Mundhöhle
  für  die  Geschmacksempfindung.

Wollen  wir  kurz  definieren,  was  ein  Sinnesorgan  ist,  um  uns  jedermann
  verständlich  zu  machen,  so  müssen  wir  sagen:  eine  Einrichtung  (Apparat),
um  äußere  Vorgänge  aufzufangen  und  sie  unserem  Bewußtseinsorgan,  dem
Gehirn,  zuzuleiten.  Daher  beherrschen  die  Nerven  und  ihre  eigentümlich
geformten  Endorgane  diese  Apparate,  und  verschiedene  Hilfsorgane,  wie  die
Ohrmuscheln  (das  äußere  Ohr),  die  Lippen,  die  Regenbogenhaut  im  Auge

Die  Frau  als  Hausärztin.  ;