46  Geschlechtsorgane.

und  im  Bindegewebe  auch  bedeutende  Fettansammlung  hat.  Die  Brustdrüse
erzeugt  nach  der  Ausstoßung  der  gereiften  Leibesfrucht,  der  Geburt,  eine
Flüssigkeit,  welche  der  Ernährung  des  Säuglings  dient.  Es  besteht  demnach
auch  nach  der  tatsächlichen  körperlichen  Trennung  von  Mutter  und  Kind  noch
ein  inniger  Zusammenhang  zwischen  beiden,  welcher  so  lange  besteht,  bis
das  Kind  andere  Nahrung  empfangen
kann.  Die  Flüssigkeit  ist  der  Tiermilch
  sehr  ähnlich,  aber  reicher
an  Milchzucker  und  ärmer  an  Fett.
Sie  wird  durch  Zug  und  Druck  entleert,
  fließt  bei  großer  überfüllung
oder  Schwäche  der  Gewebe  auch  von
selber  aus  und  kann  durch  die  Ernährung
  der  Mutter  vermehrt  oder
vermindert  werden,  da  sie  sich  aus
ihrem  Blute  bildet.
Die  Zellen  der  Milchdrüse
2  liefern  Fettröpfchen,  Eiweiß  und
Milchzucker,  doch  auch  nur,  wenn
sie  selbst  genügend  ernährt  werden;
Wasser,  Salze  sowie  zufällige  Bestandteile
  im  Blute  der  Mutter  kommen
  direkt  aus  diesem  in  die  Milch.
Die  Ernährung  der  Mutter  wird
daher  auch  für  das  Kind  von  großer

Bedeutung.  Eine  gut  zusammen-Fig.

  29.  gesetzte  Milch,  wie  sie  jede  gesunde

Teilschnitt  zunch  nie  wesblich  Brust.  Frau  erzengt,  enthält  alle  zum  Auf-1
  Hauptmilchgänge.  2  Brustwarze  mit  baun  des  kindlichen  Körpers  notwen-Mündungen

  der  Milchgänge.  3  Hauptmilchgang.
  4  Haut  mit  Fettgewebe.
5  Drüsengewebe.  6  Außere  Haut.

digen  Stoffe  und  kann  daher  etwa
neun  Monate  lang  die  ausschließliche

  Nahrung  des  Kindes  bleiben.

Aus  den  Blasen  der  Drüse  sammelt  sich  die  Milch  in  den  Milchgängen,

welche,  an  Zahl  15—22,  sämtlich  in  der  Richtung  zur  Warze  verlaufen,  wo

sie  durch  feine  Offnungen  nach  außenmünden.  Unsere  Zeichnung,  Fig.  29,  veranschaulicht

  das  Drüsengewebe,  die  kleinen  und  großen  Milchgänge  und  ihren

Austritt  in  die  Warze.  Genügende  Größe  und  Derbheit  derselben  sind  für
Kind  und  Mutter  von  großer  Wichtigkeit.