Zweites  Kapitel.

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Ansere  Ernährung.

„Der  M  lebt  nicht
Bunger  und  Durkt.  dem,  sensch  let  nht  von

em,  was  er  verdaut.“

Bas  Verlangen  nach  Aufnahme  von  Nahrung  ist  Hunger,  das
Verlangen  nach  Aufnahme  von  Flüssigkeit  ist  Durst.  Der
Erntstehungsort  beider  Empfindungen  liegt  im  Magen,  noch
mehr  aber  in  den  Geweben  und  im  Gehirn.  Wenn  der  Magen
leer  ist,  wenn  die  Gewebe  an  Nährflüssigkeiten  verarmt  sind,
so  kündigen  diese  dem  Gehirn  diesen  Zustand  an  und  es  entsteht  Hunger=  und
Durstgefühl.  Die  Innenwand  des  Magens  enthält  feine  Empfindungsnerven  und
Einrichtungen,  um  Flüssigkeiten  aufzusangen.  Bei  Erkrankungen  der  Schleimhaut
  des  Magens  oder  bei  Erkrankungen  im  Nervensystem  wird  sowohl  die
Zuleitung  zum  Gehirn,  also  die  Anzeige  des  Nahrungsmangels  oder  Überschusses,
  als  auch  die  Empfindung,  das  Bewußtwerden  dieses  Zustandes
gestört  oder  aufgehoben.  Daher  krankhafter  Heißhunger  ohne  Gewebshunger,
ohne  Magenleere;  Speiseekel  und  Appetitlosigkeit  trotz  leerem  Magen  usw.
Wie  wir  schon  aus  den  vorhergehenden  Artikeln  wissen,  werden  die  aufgelösten
  Nahrungsstoffe  durch  das  Blut  und  die  Lymphe  allen  Teilen  des
Körpers  und  seinen  Geweben  zugeführt;  vermindert  sich  die  Zufuhr  oder  ihr
Gehalt  an  denjenigen  Stoffen,  die  zu  ihrem  Aufban  und  zu  ihrer  Lebenstätigkeit
notwendig  sind,  so  wird  ein  Nervenreiz  dadurch  ausgelöst,  der  alsbald  im
Gehirn  das  Hunger=  und  Durstgesühl  erzeugt.  Bei  normalen  Individnen  mit
ungestörtem  Stoffwechsel  und  kräftigen  Funktionen  wird  sich  daher  der  Ernährungszustand
  der  Gewebe  mit  den  Vorgängen  im  Magen  stets  decken,
d.  h.  so,  daß  sie  nur  dann  Hunger  und  Durst  haben  werden,  wenn  ihr
Organismus  wirklich  neuer  Zufuhr  bedarf.  Damit  ist  zugleich  gesagt,  was
es  zu  bedenten  hat,  wenn  schwächliche,  körperlich  nicht  arbeitende  Menschen
fünf=  bis  sechsmal  im  Tag  Nahrung  und  Trank  sich  zuführen,  und  was
schließlich  die  Folge  sein  muß,  wenn  diese  Zufuhr  niemals  im  rechten  Verhältnis
  zur  vorhandenen  Verdauungskraft  und  zur  geübten  Muskeltätigkeit