54  Ernährung.

Um  über  die  Ernährung  des  Menschen  aber  noch  klarere  Begriffe  zu
wecken,  müssen  wir  auch  noch  auf  gewifse  Unterschiede  zwischen  Tier-  und
Pflanzenkörper  hinweisen.  Ihr  Hauptunterschied  liegt  in  der  Beschaffenheit
der  Zelle.  Die  tierische  Zelle  ist  viel  komplizierter  als  die  pflanzliche,  und
auch  unter  sich  unterscheiden  sie  sich  bedeutend,  wie  z.  B.  die  Muskel=  und
Nervenzelle;  die  Stoffverbindungen  im  tierischen  Körper  sind  infolge  seiner
größeren  Aufgaben  (Wärme  und  Bewegung,  welche  die  Pflanzen  nicht  erzeugen)
  nicht  nur  zusammengesetzter,  sondern  auch  viel  mehr  zum  Zerfall  geneigt.
Endlich  herrscht  im  tierischen  Körper  das  Eiweiß  vor,  und  die  Kohlenhydrate
(Stärke  und  Zucker),  die  in  der  Pflanze  überwiegen,  treten  zurück.  Mit
Ausnahme  einer  sehr  kleinen  Menge  eines  stärkeähnlichen  Stoffes  in  der  Leber
und  aufgelöstem  Zucker  im  Blut  besitzt  er,  außer  Fett,  keine  Kohlenhydrate.
Der  Zucker  dient  der  Wärmeerzeugung,  verbindet  sich  mit  Sauerstoff  zu
Kohlensäure  und  lagert  sich  also  nicht  ab.  Fett  dagegen  ist  im  höher  entwickelten
  Tier  in  weit  reicherem  Maße  vorhanden  als  in  der  Pflanze,  einige
ölige  Früchte  abgerechnet.

Wasser  und  Mineralien  enthält  er  wie  die  Pflanze,  letztere  in  anderer
Gruppierung.  Ahnlich  der  pflanzlichen  Holzfaser  (Zellulose,  Hülsen  und
Gerüft)  enthält  der  tierische  Körper  Sehnen  und  Häute,  welche  als  überzüge
innerer  Organe,  als  verbindende  „Bänder“",  als  Muskelfortsätze  und  Gelenkkapseln
  dienen  und  für  den  menschlichen  Magen,  wie  die  Zellulose,  als  nahezu
unverdaulich  gelten.  Auch  sie  enthalten  Stickstoff,  wie  Haare  und  Nägel  und
wie  alles  Eiweiß.

Aus  dem  Gesagten  ergibt  sich  also,  daß  die  Pflanze  imstande  ist,  aus
dem  kalten  Erdboden  unter  Mithilfe  der  Luft  und  Sonne  Verbindungen  zu
schaffen  (Zucker  und  Stärke),  welche  sich  nur  in  ihrem  Leibe  vollziehen  und
sich  sonsft  nirgends  vorfinden;  das  Tier  vermag  dies  nicht,  vielmehr  kann  es
nur  bestehen,  wenn  es  neben  Luft  und  Licht  auch  eine  reiche  Pflanzenwelt  zur
Verfügung  hat,  welche  ihm  die  hauptsächlichsten  Baustoffe  seines  Leibes  liefert,
da  es  weder  aus  dem  Boden  seine  Salze  direkt  aufzunehmen,  noch  weniger
aus  der  Luft  den  zu  seiner  Erhaltung  notwendigen  Zucker  zu  bilden  vermag.

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Stoffwechsel  in  Pflanze  und  Tier.

Unter  Stoffwechsel  versteht  man  die  Einnahmen  und  Ausgaben  der
organischen  Körper,  die  durch  diesen  Vorgang  ihre  spezifischen  Lebeuserscheinungen
  ermöglichen.  Die  Pflanze  wächst  und  „atmet“  (Sauerstoff)  und  lagert
Mineralien  und  andere  Berbindungen  in  ihrem  Innern  ab,  wenn  sie  reichliche
  Einnahmen  hatte;  das  Tier  gibt  durch  Haut,  Lungen,  Darm  und  Nieren
Kohlensäure,  Wasser,  Gase,  Salze  und  unbrauchbare  Verbindungen  ab  und