Nahrungsmittel.  69

Mandelöl  wird  nicht  zur  Ernährung  benützt,  sondern  nur  zu  Heilzwecken.
  Erdnußöl  hat  sich  zu  Küchenzwecken  auch  gut  bewährt.

Aus  der  Kokosnuß  hat  man  in  den  letzten  Jahren  durch  verfeinertes
Verfahren  eine  sehr  verwendbare  Butter,  das  „Palmin“,  gewonnen,  die  sich
für  Küchenzwecke  sehr  bewährte.  Sie  hat  den  Vorzug,  auch  bei  mäßig  warmer
Luft  fest  zu  bleiben,  sich  also  gut  zu  halten  und  sehr  ausgiebig  zu  sein.

Während  Kuhbutter  nur  etwa  84  %  Fett  enthält,  gibt  uns  die  Kokosnußbutter
  an  99  %.  Bei  gleichen  Preisen  wäre  sie  also  schon  billiger,  weil
fettreicher.  Ihr  Geschmack  ist  nicht  der  der  guten  Kuhbutter,  ist  aber  auch
nicht  unangenehm,  und  nach  einiger  Gewöhnung  empfindet  man  ihn  nicht  mehr;
vor  allem  aber  ist  sie  unverfälscht  und  nicht  gesundheitsschädlich.

Zu  erwähnen  ist  immerhin  noch,  daß  die  Kokosnußbutter  Magenkranken
nicht  immer  gut  bekommt.  Ihre  große  Empfindlichkeit  macht  überhaupt  fettarme
  Nahrung  zur  Notwendigkeit;  als  leichtverdaulichstes  Fett  bewährt  sich
für  solche  Fälle  reine,  frische  Kuhbutter

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Die  Mehlltoffe.

Es  gehören  dazu  alle  jene  Nahrungsmittel,  die  aus  Kohlenhydraten  besiehen,
  d.  i.  Wasser=  und  Kohlenstoff  (also  C  H),  und  die  durch  den  Einfluß
des  menschlichen  Speichels  in  Zucker  übergeführt  werden.  Sie  fehlen  in  den
tierischen  Nahrungsmitteln  beinahe  vollständig,  sind  aber  dem  Menschen  unentbehrlich,
  weil  sie  seine  Kraft=  und  Wärmequelle  bilden.  Das  Fett  ist  die
ausgiebigste  Wärmequelle,  indem  bei  seiner  Zerlegung  am  meisten  Kohlenstoff
frei  wird,  doch  ist  es  von  den  Verdauungssäften  weniger  leicht  angreifbar,
ja  erschwert  sogar  die  Auflösung  anderer  von  ihm  durchtränkter  Speisen,  so
daß  es  den  Verdauungskanal  oft  nur  belastet  und  entweder  unausgenützt
durch  Stuhl  und  sogar  durch  Urin  wieder  abgeht  oder  sich  als  Reservestoff
ablagert.  Wie  wir  schon  weiter  oben  gehört  haben,  ist  solches  im  Körper  abgelagertes
  Fett  nicht  fest  mit  anderen  Geweben  verbunden,  sondern  liegt  nur
locker  zwischen  ihnen,  und  sobald  bei  zehrenden  Krankheiten  oder  im  Hungerzustande
  die  Nahrungszufuhr  sich  vermindert,  schickt  der  Organismus  das  aufgespeicherte
  Fett  herbei,  das  dann  verbrannt  wird  und  zur  Erhaltung  des
Körpers  einige  Zeit  beiträgt.  Daher  die  Abmagerung  Kranker  oder
Hungernder,  die  vom  eigenen  Fette  leben.

Die  Mehle  dagegen  kommen,  als  Zucker  aufgelöst,  bald  in  die  Blutbahn
  und  durch  diese  in  die  Gewebe  des  Körpers  und  erzeugen  beständig
Kohlensäure  und  Wärme.  Dementsprechend  genießt  man  im  Winter  gerne
mehr  Fett  und  ausgiebig  Mehlstoffe,  während  man  in  heißer  Jahreszeit  sogar
  Abneigung  dagegen  hat  und  grüne,  erfrischende  Nahrungsmittel  vorzieht.