72  Nahrungsmittel.

auf  67%⅝  Fett  bei  der  Kokosnuß,  während  Weizen  2%  Fett  auf
70%⅝%  Stärke  aufweist).

Die  Holzfaser  besteht  auch  aus  Kohlenhydraten  und  ist  allen  Pflanzenstoffen
  mehr  oder  minder  beigegeben.  Sie  wird  von  den  Verdauungssäften
nicht  oder  nur  in  geringem  Maße  angegriffen  und  gilt  daher  als  eine  für
den  Menschen  unverdauliche  Beigabe.  Bei  allen  Grasfressern  aber,  Rind,  Pferd
usw.  wird  sie  aufgelöst  und  nährt  diese  Tiere  sogar  vortrefflich.  Keineswegs  ist
sie  jedoch  für  den  Menschen  ganz  unnütz;  die  Erfahrung  hat  sogar  gelehrt,  daß
die  Holzfaser  eine  anregende  Wirkung  auf  den  Darm  ausübt,  und  daß  sie  dadurch
  zur  besseren  Verwertung  der  eigentlichen  Nährstoffe  mit  beiträgt.  Wo
sie  vollständig  fehlt  und  man
nur  Extrakte  (Auszüge)  gibt,  hat
man  eine  gewisse  Erlahmung
des  Darmes  beobachtet,  die
sich  in  spärlichem  und  trockenem
  Stuhle  äußert.  Es  ist
daher  von  Wichtigkeit,  daß  die
im  Obste  und  den  Mehlfrüchten
  enthaltene  Holzfaser  mitgenossen
  wird.  Die  äußeren
Hüllen  der  Getreidesamen  u.  a.,
die  man  als  Spreu  bezeichnet,
sind  wie  Stroh  geschmacklos
und  hart  im  Munde,  sie  werden
  daher,  wenn  sie  einmal

Fig.  39.  Schnitt  durch  ein  Weizenkorn.  zufällig  mit  verspeist  werden,
1—3  oberflächliche  Schichten  der  Samenhülle.  meist  rasch  wieder  entfernt  oder

4  Saftgänge.  5  Zwischenschichten.  6  Kleber.  durch  ein  künstliches  Verfahren

schon  vorher  beseitigt.

Vergleicht  man  den  großen  Wassergehalt  der  tierischen  Nahrungsmittel
mit  diesen  hier  angeführten  Mehlfrüchten,  so  ergibt  sich  auf  den  ersten  Blick,
daß  letztere  viel  nahrhafter  und  reichhaltiger  an  Nährstoffen  sind  als  erstere.
Wird  aber  zugunsten  der  Fleischnahrung  hervorgehoben,  daß  sie  viel  verdaulicher
  sei,  eben  weil  sie  keine  Holzfaser  enthalte,  so  erinnern  wir  dagegen,
daß  Sehnen  und  Häute  auch  nicht  verdaut  werden,  sondern  in  den  Darmentleerungen
  der  meisten  Menschen  sich  wiederfinden,  ferner,  daß  die  giftigen
Extraktiostoffe  gleichfalls  nicht  im  Körper  verbleiben,  sondern  wieder  ausgeschieden
  werden.  Ahnlich  wirkende  Beigaben  haben  jedoch  die  angeführten
pflanzlichen  Nährmittel  überhaupt  nicht.  Betrachten  wir  nun  noch  die  Preisverhältnisse,
  z.  B.  des  Fleisches  und  der  Mehlfrüchte,  so  finden  wir  die  der
Mehlfrüchte  mit  ihrem  hohen  Nährwerte  bedeutend  vorteilhafter,  weil  entschieden
  billiger.