78  Nahrungsmittel.

Brot  mit  Alaun  bleichen,  und  damit  dieses  nicht  allzusehr  verstopsend  wirke,
Jalappenwurzel  beimischen  usw.

Nur  durch  feinen  Geruch-  und  Geschmackssinn  wird  man  sich  vor  solchen
Verfälschungen  schützen  und  nur  solche  Brotsorten  wählen,  welche  unsere  Sinne
in  keiner  Weise  beleidigen.  Fig.  40  zeigt  uns  die  Entwicklung  der  Schimmelpflanze
  auf  einem  alten  Stück  Brot.  Mit  freiem  Auge  sieht  sie  wie  feinster
Haarbesatz  aus.  Sie  verändert  den  Geschmack  desselben  und  wuchert  in  die
Tiefe  seiner  Poren.

Außer  Brot  sind  dann  als  Gebäcke  noch  die  Zwiebacke  und  Biskuits
  (Kakes)  zu  erwähnen,  sowie  Lebkuchen  u.  dgl.

Erstere  stammen  aus  England,  wo  man  hinsichtlich  der  Ernährung
rationeller  verfährt.  Durch  besonderes  Verfahren,  wiederholte  Hitzeinwirkung
erhält  man  ein  trockeneres
und  viel  aufgeschlosseneres
Gebäck,  als  es  die  Brotarten
  sind.  Dadurch  werden
  sie  viel  leichter  eingespeichelt,
  aufgelöst  und
verdaut,  und  für  alle
Verdauungskranken,  die
Brot  überhaupt  nicht  ertragen,
  bilden  sie  ein  vortreffliches
  Ersatzmittel  desselben.
  Man  hat  welches

*7#  —  mit  Zusatz  von  Nährsalzen,
Fig.  40.  Schimmliges  Brot.  Na  hu,  Eiern  *  das
dann  selbstredend  außerordentlichen  Nährwert  besitzt.

Es  gibt  englische  Zwiebäcke  von  13%  Eiweiß,  81%  Stärke,  1%
Wasser!  Dieselben  sind  also  so  konzentriert  wie  kaum  ein  anderes  Nährmittel
  und  ihres  Wassermangels  wegen  auch  sehr  haltbar  (für  Reisen,  Schiffsaufenthalt
  usw.)  In  Suppen  oder  Milch  eingekocht  lassen  sie  sich  auch  zu
anderen  Gerichten  verwenden.

Roh  ungenießbar  oder  wenigstens  nicht  schmackhaft  sind  andere  Formen
der  Mehlverarbeitung  und  zwar:  NRudel=  und  Makkaroniarten.  In
trockene  und  feste  Form  gebracht,  lassen  sie  sich  lange  Zeit  gut  aufbewahren;
nur  ist  leider  ihre  Fabrikation  schwer  zu  kontrollieren,  man  weiß  da  oft
nicht,  was  man  eigentlich  als  „Makkaroni“  genießt.  Es  sind  daher  nur
die  teuersten  Sorten  zu  empfehlen.  Die  gelben  „Eiernudeln“  sind  meist
gefärbt  (Safran),  aber  nicht  vom  Eidotter  so  gelb;  Fett  und  Salze  fehlen
ihnen  vollständig.