Nahrungsmittel.  83

die  aber  Magenkranken  nicht  gut  bekommen.  Durch  Ergänzung  anderer
Nährmittel  geben  sie  ganz  prächtige  Mahlzeiten  und  sind  also  sehr  schätzenswert.

Frisch  verzehrt  sind  sie  am  schmackhaftesten;  im  feuchten  Zustande  oder
zubereitet  sind  sie  nicht  haltbar,  dagegen  wohl  in  Blättchen  zerschnitten  und
rasch,  doch  vorsichtig  getrocknet.

Wie  alle  übrigen  wasserreichen  Pflanzen  gewinnen  sie  in  trockenem
Zustande  an  Nährwert  und  Ausgiebigkeit.  Trockene  Champignons  (der
besten  Sorten  eine)  enthalten  23,3%  Eiweiß,  1,2%  Fett,  50,3%  Kohlenhydrate
  und  nur  17,5%  Wasser.

Morchel,  Trüffel,  Steinpilze  sind  vortreffliche  Arten,  Psfifferlinge  (Eierschwamm),
  Muserons  usw.  sind  weniger  edel.

Ihrer  Genußstoffe  wegen  sind  die  Pilze  von  eigentümlicher  Wirkung
und  bei  Feinschmeckern  sehr  beliebt.  Leider  gehen  große  Mengen  in  den
Wäldern  zugrunde,  weil  man  sich  in  vielen  Gegenden  nicht  um  sie  bekümmert
  oder  giftige  Arten  nicht  von  eßbaren  zu  unterscheiden  weiß.

Vor  dem  Genuß  der  ersteren  muß  man  sich  allerdings  sehr  hüten,  da
sie  in  wenigen  Stunden  zum  Tode  führen  können.  Genane  Abbildungen  der
eßbaren  Sorten,  persönliche  Anleitung  beim  Suchen  im  Walde  und  übung
befähigen  jeden  nach  einiger  Zeit,  sich  diese  ebenso  billigen  wie  wohlschmeckenden
  Pilzgerichte  selbst  zu  beschaffen.

Zuverlässige  Untersuchungsergebnisse  über  den  Nährsalz=  und  Eiweißgehalt
  der  frischen  Pilze,  sowie  über  die  besonderen  Eigenschaften  der  Pilzgifte
  sind  noch  zu  wenig  bekannt  geworden,  und  so  bleibt  uns  manche  Frage
unbeantwortet.

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Die  Dährkalze.

Welche  große  Bedentung  die  Mineralstoffe  in  unseren  Nahrungsmitteln
haben,  geht  schon  aus  den  vorhergehenden  Kapiteln  hervor,  in  welchen  wir
den  Bau  des  menschlichen  Körpers  erklärten  und  die  Aufgaben  der  mineralischen
Bestandteile  hervorhoben.  ·

Bei  der  Durchsicht  der  Hauptgruppen  der  menschlichen  Nahrungsmittel
ergibt  sich,  daß  unter  allen  Pflanzenteilen  Blätter,  Stengel,  Wurzel  und
Knollen  den  größten  Mineralgehalt  besitzen,  und  daß  sie  uns  daher  nicht
bloß  ihrer  „Genußstoffe“  und  deren  anregenden  Wirkung  wegen  wertvoll  sind.
Es  mag  hier  an  die  bekannte  Tatsache  erinnert  werden,  daß  Schiffssoldaten
dann  häufig  an  Skorbut  erkrankten,  wenn  sie  wochenlang  nur  konserviertes  Fleisch
und  Zwieback  genossen  haben  und  an  grünem  Gemüse  den  größten  Mangel
litten.  Übermaß  an  Chlornatrium  (Kochsals),  bei  vollständigem  Mangel  an
anderen  Salzen  (phosphorsaurer  Kalk,  Natron,  Magnesia,  Eisen  usw.),

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