Nahrungsmittel.  87

Mandeln,  den  Bucheckern  und  anderen  Früchten  und  beraubt  sie  so  des  besten  Bestandteils.
  Unter  den  phosphorsäurereichen  Speisen  sei  noch  das  Eigelb  erwähnt
mit  65½2%,  während  das  Eiweiß  nur  stark  4%  aufzuweisen  hat.  Auch
der  Kohlrabi,  die  Zwiebel,  die  Gurke  und  der  Spargel  verdienen  erwähnt
zu  werden.

Somit  haben  wir  eine  ganze  Reihe  von  Pflanzenstoffen,  deren  Inhalt
unserem  Gehirn  zugute  kommt.  „Letzteres  aber  wird  am  besten  vom  Blute
im  Schlafe  ernährt,  in  welchem  das  Blut  besonders  stark  zum  Hirn  strömt;
deshalb  schlafe  man  mit  dem  Kopfe  niedrig,  wenn  man  klug  werden  will.“
(Aus  dem  „Hausdoktor“.)

Wenngleich  die  Wirkung  des  Phosphors  auf  das  Gehirn  noch  nicht  so
vollständig  erwiesen  ist,  daß  man  sichere  Schlüsse  daraus  zu  ziehen  vermöchte,
und  nicht  vergessen  werden  darf,  daß  die  Phosphorsäure  für  unsere  Knochen
vielleicht  noch  von  viel  größerem  Wert  ist  als  für  das  Gehirn,  so  geben  die
vorstehenden  Angaben  immerhin  nützliche  Anregungen.

Gewiß  wird  uns  nun  auch  die  Frage  entgegengestellt  werden,  warum
und  wozu  wir  so  viel  Kochsalz  genießen,  das  aus  Natrium  und  Chlor  besteht,
wenn  so  viele  Pflanzenstoffe  uns  doch  die  nötigen  Mineralien  zuführen?

Das  Kochsalz  wird  aus  der  Erde  gewonnen  und  daher  in  mineralischer
Form  genossen,  d.  h.  nicht  in  Verbindung  mit  Pflanzenstoffen,  und  nur  in
feinster  Verteilung.  Daher  ist  der  Zweifel  berechtigt,  ob  es  nicht,  ähnlich
anderen  Mineralien,  in  unserem  Körper  nur  schädlich  wirke.

Von  diesen  glaubt  man,  daß  sie  nicht  ausgenommen  (assimiliert)  werden,
sondern  bloß  aufgelöst  und  teils  durch  den  Verdauungsschlauch,  teils  durch
die  Nieren  nach  übertritt  in  die  Blutbahn  wieder  ausgeschieden  werden,  nicht
aber  ohne  sehr  oft  Reizzustände  zurückzulassen.  Doch  scheinen  sie  zuweilen
auch  eine  führende  Rolle  im  Organismus  zu  spielen.

Man  hat  zwar  nachgewiesen,  daß  der  Genuß  von  kalireicher  Nahrung
einen  gewissen  Hunger  nach  Chlornatrium  (Kochsalz)  erzeuge,  weshalb  z.  B.
bei  reichlichem  Genuß  von  Kartoffeln,  die  viel  Kali  enthalten,  auch  immer
Verlangen  nach  Salz  eintritt;  aber  dieser  Umstand  fällt  weg,  wenn  unsere
Nahrung  nicht  einseitig  aus  Kartoffeln  besteht,  sondern  eine  uns  zusagende
Abwechslung  von  Körnern,  Wurzeln,  Blättern  und  Früchten  bietet.  Die  uns
nötigen  Mengen  an  freiem  Natrium  und  Chlor  (nicht  vereinigt  zu  Chlornatrium!)
  enthalten  die  genannten  Nahrungsmittel  in  genügender  Menge.
Werden  diese  nicht  durch  ein  fehlerhaftes  Verfahren  in  der  Küche  ihrer  natürlichen
  Bestandteile  beraubt,  bevor  man  sie  den  Verdaunngsorganen  einverleibt,
so  haben  wir  einen  künstlichen  Zusatz  von  Salzen  irgendwelcher  Art  nicht  nötig.

Der  heutige  Kochsalzverbrauch  ist  ein  ganz  enormer  geworden.

Wie  läßt  er  sich  erklären?  Erstens  durch  die  ungünstige  Zusammenstellung
  der  Nahrungsmittel,  welche  Salzhunger  erzeugen  und  vielleicht  wohl
das  eine  oder  andere  Nährsalz  im  Übermaß  enthalten,  an  den  anderen  aber