Nahrungsmittel.  93

Auch  Apfelsaft,  sowie  Apfeltee,  ebenso  ein  warmer  Aufguß  von  Apfelschalen
  kann  empfohlen  werden.  Der  eingedickte  Apfelsaft  wird  unter  dem
Namen  „IApfelkraut"  verkanft.

Auch  über  die  „eingemachten  Früchte“  müssen  wir  noch  ein  Wort  hinzufügen.
  In  großen  Zuckermengen  und  mit  allerlei  Gewürz  werden  Früchte
eingekocht  und  jahrelang  in  solcher  Form  unverändert  aufbewahrt.  Nicht  nur
durch  die  Erhitzung,  sondern  auch  durch  den  Zuckergehalt  wird  die  Pilzbildung
  verhindert  und  dadurch  Fäulnis  verhütet.  Daß  so  versfüßte  Früchte
aber  wesentlich  von  ihren  ursprünglichen  Eigenschaften  einbüßen  und  sehr
verteuert  werden,  ist  einleuchtend.  Auch  widerstehen  sie  dem  Geschmacke  auf
die  Dauer  und  können  nur  in  geringen  Mengen  als  Nascherei  und  Nachtisch
genossen  werden.  Es  ist  durchaus  widersinnig,  so  wichtige  Nahrungsmittel,
wie  es  Baum=  und  Strauchfrüchte  für  uns  sind,  künstlich  so  zu  verändern,
daß  sie  ihres  Preises  wegen  entweder  unerschwinglich,  oder  durch  ihre  Zusammensetzung
  für  unsere  Gesundheit  unzuträglich  werden;  und  es  ist  daher
ein  Gebot  der  Klugheit,  die  Früchte  in  solcher  Weise  zu  konservieren,  daß  sie
weder  große  Verluste  an  Gehalt  erleiden,  noch  fremde  Stoffe  aufnehmen,  noch
im  Preise  unnötigerweise  vertenert  werden.  Soll  doch  das  Obst,  die  edelste
und  genußvollste  Nahrung  des  Menschen,  endlich  „Volksnahrungsmittel“  werden
und  jedem  zugänglich  bleiben.  Das  Dörrobst  sowie  das  Dampfobst  erfüllt
diese  Bedingungen  zum  Teile.

Mehr  noch  erreichen  wir  durch  Dunstkochen  in  Gläsern.  J.  Weck
in  Offlingen,  Baden,  hat  widerstandsfähige  Gläser  mit  eigentümlichem  Verschluß
  hergestellt,  welche  die  Frischhaltung,  Keimfreimachung  und  Aufbewahrung
  auch  leicht  verderblicher  Nahrungsmittel  ermöglichen.  Gemüse,
Obst,  auch  Fleischsorten  werden  gereinigt  und  zerkleinert,  mit  oder  ohne  Zusatz
  in  die  Gläser  gefüllt,  und  diese  in  einen  mit  Wasser  gefüllten  Kochtopf
gestellt,  vo  man  sie  je  nach  Bedarf  des  Nahrungsmittels  10  Minnten  bis
1½  Stunden  kochen  läßt.  Bei  diesem  Verfahren  bleibt  insbesondere  auch
der  Wohlgeschmack  erhalten,  und  da  sich  die  Gläser  vor  ihrer  Eröffnung
jahrelang  aufbewahren  lassen,  hat  man  die  Annehmlichkeit,  stets  zubereitete
Gerichte  im  Vorrat  zu  haben.

Möchte  dieses  Verfahren  weite  Verbreitung  finden!  Es  würde  nicht  nur
zur  besseren  Ernährung  im  allgemeinen  beitragen,  sondern  auch  allmählich
zur  Verminderung  der  Schlachthäuser  mit  ihren  tausend  Greueln.  Die  Obstplantagen
  aber  würden  immer  einträglicher  und  zahlreicher  werden.

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