Nahrungsmittel.  99

2.  die  Liebe  der  Kinder  für  Süßigkeiten  ist  eine  durchaus  natürliche  Erscheinung,
  die  nie  unterdrückt  werden  sollte;

3.  der  weiße  Würfelzucker  ist  konzentrierter  Kunstzucker  und  nur  mäßig  zu
genießen;

4.  Trauben-,  Frucht=  und  Milchzucker  ist  in  vielen  Nahrungsmitteln
  enthalten  und  bildet  die  natürlichste  menschliche  Nahrung;

5.  gelber,  ungebleichter  Zucker  ist  besser  als  weißer.

Nach  dem  Zucker  kommt  der  Honig  als  zuckerreichstes  Nahrungsmittel
in  Betracht.  Er  enthält,  neben  etwas  Wasser,  Wachs  und  Blütenstaub,  auch
Ameisensäure  und  wirkt  infolge  dieser  Zusammensetzung  anders  als  Zucker.
Magenkranke  ertragen  ihn  meist  nicht;  bei  Stuhlträgheit  dagegen  wirkt  er
befördernd.

Der  Feingeschmack  des  Honigs  hängt  von  der  Art  der  Blüten  ab,
welche  die  Bienen  besuchen.  Der  sogenannte  „Blüten=  und  Blumenhonig“
gilt  als  der  beste;  „Heidehonig“  ist  dunkler  und  an  Güte  und  Preis  geringer.

Der  Honig  genießt  von  alters  her  den  Ruf,  „blutreinigend“  zu  wirken.

Was  die  Menschen  sich  darunter  eigentlich  vorstellen,  ist  nicht  leicht
mit  einigen  Worten  zu  erklären;  man  kann  etwa  sagen,  daß  der  Honig,
indem  er  auf  Nieren  und  Darm  anregend  wirkt,  die  Säfte  des  Organismus
vor  Verunreinigung  und  vor  überfüllung  mit  Stoffwechselprodukten  bewahrt,
weil  die  genannten  Organe  durch  den  empfangenen  Reiz  besser  arbeiten.  Anderes
ist  darunter  nicht  zu  verstehen.  Daß  er  nebenbei  an  75%  Zucker,  20%
Wasser  usw.  enthält,  also  in  hohem  Grade  nahrhaft  ist,  wissen  die  wenigsten.

Da  die  Ameisensäure  sicher  eine  bestimmte  Wirkung  hat,  ist  es  nicht  zu
verwundern,  daß  Houig  als  Hausmittel  in  altem  Ansehen  steht  und  bei
Stuhlbeschwerden,  Husten,  ja  zu  Wundverbänden  und  als  Erhaltungsmittel,
da  er  wie  Zucker  fäulnisvermindernd  wirkt,  angewendet  wird.

Dieser  vorzüglichen  Eigenschaften  des  Honigs  wegen  sollte  die  Bienenzucht
  noch  viel  lebhafter  betrieben  werden,  wodurch,  besonders  zum  Wohle  unserer
Kinder,  billigere  Preise  des  Honigs  erzielt  würden.

h—

Mas  sollen  wir  essen?  Mlas  sollen  wir  kochen?

Nachdem  wir  alle  Nahrungsmittel  durchgesprochen,  bleibt  uns  noch  auszuführen
  übrig,  wie  wir  nach  den  Auforderungen  der  Gesundheitslehre,  der
Chemie  und  der  Erfahrung  zu  essen  und  zu  kochen  haben.

Man  „kocht“  weil  man  glaubt,  nur  weniges  in  rohem  Zustande  verzehren
  zu  können,  weil  die  kultivierten  Menschen  Gelochtes  und  Erweichtes
besser  verdauen  und  so  viel  für  die  menschlichen  Verdauungsorgane  Unpassen-7“

