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des  zur  Ernährung  heranziehen,  daß  nur  durch  den  Einfluß  der  Wärme  des
Wassers  oder  künstlicher  Zutaten  Eßbarkeit  erreicht  wird,  oder  weil  gesunder
Hunger  etwas  so  seltenes  geworden  ist,  daß  das  Essen  überhaupt  aufhören
würde,  wenn  die  Nahrung  nicht  gaumenreizend  und  durch  allerlei  Veränderungen
  und  Mischungen  verlockend  gemacht  würde.

An  rohen  Nahrungsmitteln  verzehrt  man  Milch,  Obst,  Salate,  hin  und
wieder  auch  einmal  rohes  Fleisch  in  gehacktem  Zustande  und  etwa  noch  jene
Kräuter,  die  als  Würzen  beigegeben  werden,  wie  Zwiebeln,  Schnittlauch,
Petersilie.  Sonst  wohl  nichts  anderes,  es  wird  alles  gebrüht,  gesalzen,
gebacken,  gemischt,  gedämpft.  Dies  verändert  so  manches  natürliche  Verhältnis,
  verleitet  zum  Mehressen,  erzeugt  künstlichen  Durst,  verteuert  die  Ernährung
  und  bannt  viele  Frauen  an  den  Herd.

Eine  Vermehrung  der  rohen  Nahrungsmittel  wäre  also  ein  Gewinn  in
mehrfacher  Hinsicht,  ein  Fortschritt  zu  einer  gesünderen,  weil  einfacheren  Ernährung.
  Wir  würden  diesen  Fortschritt  erzielen,  wenn  die  Ernährung  durch
Obst  allgemeiner  würde,  und  dies  wäre  möglich,  wenn  wir  Alkohol  und
Fleisch  zugunsten  der  Früchte  verdrängen.

Also  auf  Kosten  des  Fleisches  und  Alkohols  mehr  süße  Baum=  und
Strauchfrüchte  und  mehr  grüne  Gemüse.

Obst  ist  nicht  nur  Dessert,  ist  nicht  nur  Erfrischungsmittel  oder
Näscherei,  wie  so  viele  meinen,  die  teure  Früchte  stets  nur  genießen,  nachdem
sie  ihren  Magen  mit  allem  anderen  angefüllt  haben,  also  nach  reichlichen
Mahlzeiten,  —  nein,  süße  Früchte  sind  Nahrungsmittel,  die  in  richtiger
Zusammenstellung  unverdorbene  Mägen  ebenso  zu  sättigen  vermögen  wie  andere
Speisen.  Man  genießt  viel  zu  viel  Brot  und  Gebackenes,  gibt  viel  zu  viel.
Geld  für  künstliche  Getränke  aus,  steht  viel  zu  sehr  unter  der  Herrschaft  des
Glaubens  an  die  Unentbehrlichkeit  des  Fleisches,  dazu  kommen  Obstmangel  und
hohe  Obstpreise.  —  es  ist  darum  kein  Wunder,  wenn  man  die  Bedeutung  der
Früchte  nicht  erkennt  und  nach  billigeren  und  leichter  zu  erreichenden  Speisemitteln
greift.  Es  wird  aber  besser  werden  mit  diesen  Anschauungen,  je  mehr  die  Frauenwelt
  sich  neuen  Ideen  zuwendet,  ihre  Unwissenheit  auf  dem  Ernährungsgebiete
erkennt  und  ihre  hohe  Verantwortlichkeit  für  alle  häuslichen  Einrichtungen  zu
fühlen  beginnt.  Dann  werden  die  Kinder  bei  Milch,  Brot  und  Früchten  groß
werden,  die  Mütter  werden  wieder  besser  säugen  können,  und  so  mancher  Groschen,
sonst  für  Bier  und  Würste  verausgabt,  wird  in  der  Tasche  bleiben.

Die  Kenntnis  von  den  Hauptbestandteilen  des  menschlichen  Körpers  und
von  der  Zusammensetzung  der  Nahrungsmittel  lehrt  jede  denkende  Frau,  wie  sie
ihre  Mahlzeiten  zusammenstellen  muß.  Es  ist  dies  ein  sehr  ernster  Punkt  der  Haushaltungskunde
  und  viel  wichtiger  für  alle  Hausfrauen  als  die  geschickte  Anfertigung
von  Torten  oder  die  Verzierung  des  Wäscheschrankes.  Stets  halte  man  sich  die
Bedürfnisse  des  Körpers  vor  und  gebe  sich  Rechenschaft  darüber,  ob  diese  und
jene  beliebten  Gerichte  auch  wirklich  zu  einander  passen.