106  Nahrungsmittel.

2)  Linsen  eingebrannt  (d.  i.  mit  Mehlsauce,  in  Butter  gebräunt)  und
Häuptelsalat  (mit  Zitronensaft  und  Ol);  Apfelmus  und  Haferbiskuit;
3)  Gedämpfter  Reis  (körnig  erhalten,  nicht  verwässert,  mit  Butter-,  Zwiebelund
  Petersilienzusatz)  mit  Möhren  (in  Buttersauce);  Mehlpudding  (Weizenmehl,
  Ei,  Milch,  Zucker,  Mandeln)  mit  Himbeersaft;
4)  Wurzelbrühe  (allerlei  Suppenwurzeln  ausgekocht)  mit  Eiernudeln,  Buchweizengrütze
  mit  etwas  Milch  und  gedämpfte  grüne  Erbsen;
5)  Kartoffelbrei  (mit  Milch  und  Butter),  Salzgurken  und  grüne  Bohnen
mit  Sauce;  Apfelreis  mit  Rosinen  und  Mandeln.
In  ähnlicher  Weise  zusammengesetzte  Mahlzeiten  bieten  Abwechflung,
befriedigen  auch  verwöhnte  Gaumen  und  bewahren  uns  vor  Schädlichkeiten.
Selbstverständlich  lassen  sie  sich  noch  viel  einfacher  zusammenstellen.  Die
Suppen  mache  man  so  gehaltvoll  wie  möglich,  da  es  keinen  Nutzen  bringt,
gefärbtes  und  gewürztes  Wasser  (wie  Kaffee  und  Tee)  dem  Organismus  einzuverleiben;
  man  gebe  sie  daher  möglichst  dickflüssig  und  verwende  allerlei  Abgüsse,
sowie  wertvolle  Abfälle  (Stengel,  Blätter,  Wurzeln,  Gemüsebrühen,  auch  Kuochen
usw.),  ferner  sättigende  Zusätze,  wie  Reis,  Nudeln  und  andere.  Dann  sind  Suppen
vernünftig  und  nahrhaft.  Durch  das  Auskochen  der  Knochen  erhalten  wir  Leim
und  Fett,  welche  die  Suppen  „kräftiger“  machen  und  unter  Umständen  zu  empfehlen
sind;  für  gewisse  Kranke  sind  jedoch  reine  Wurzelbrühen  wünschenswerter.
Wir  gehen  nun  auf  unser  letztes  Kapitel,  das  Trinken,  über,  verweisen
  aber  vorher  noch  auf  die  beigegebene  Tabelle  (siehe  Seite  105),  welche
das  bereits  Gesagte  anschaulicher  darstellt.  Sie  macht  uns  die  Zusammensetzung
  der  beliebtesten  Nahrungsmittel  deutlich.

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Das  Trinken  und  unsere  Getränke.

„Ewige  Jugend  wohnt  in  QOuellen,
Nicht  in  Flaschen,  Fässern,  Kellern“.
Longfellow.

Schon  im  Eingang  unseres  Kapitels  über  die  menschliche  Ernährung
haben  wir  hervorgehoben,  daß  man  den  natürlichen  Durst  vom  künstlichen
scharf  zu  unterscheiden  hat,  daß  ersterer  nur  eintritt,  wenn  die  Wasseraufnahme
  durch  die  festen  Speisen  nicht  genügt  und  der  Körper  durch  vermehrte
  Abgaben  in  Form  des  Schweißes  und  Wasserdampfes  beim  Atmen
Verlust  an  Wasser  erlitten  hat.  Bei  milder,  einfacher  Kost  (wie  oben),  ohne
Ileisch  oder  bei  sehr  mäßigem  Genuß  desselben,  ferner  wenn  unnötige  Gewürze
  und  viel  Salz  vermieden  werden,  bleibt  auch  der  künstliche  Durst  weg,
und  es  ist  erstannlich,  wie  wenig  wir  bei  ruhiger  Lebensweise  zu  trinken
brauchen.  Ein  richtiges  Urteil  über  das  Trinken  ist  daher  auch  zur  Er-