114  Nahrungsmittel.

einwirkende  kleine  Alkoholmengen  auf  Gesunde  und  Kranke  immer  einen  ganz
bestimmten  Einfluß  haben,  der  jahrzehntelang  anhaltend  für  keinen  Organismus
  gleichgültig  bleiben  kann.  Man  lese  hierüber:  „Alkohol  auch  in
geringen  Mengen  Gift“  von  Dr.  J.  Bresler  und  „Die  Schädlichkeit
mäßigen  Alkoholgenusses  von  Dr.  Matthaei.

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Die  Frauen  und  das  CTrinken.

Obwohl  das  weibliche  Geschlecht  im  allgemeinen  viel  mäßiger  ist,  trinken
doch  auch  die  Frauen  schon  viel  mehr,  als  ihnen  oder  ihren  Kindern  zuträglich
  ist.  Die  Statistik  gibt  an,  daß  sich  unter  hundert  Säufern  stets  sechs
bis  acht  weibliche  in  öffentlichen  Anstalten  befinden.  Außer  dem  Beruf  der
Kellnerin  verführt  kein  weiblicher  Beruf  zum  Trinken;  viel  häufiger  ist  es
körperliche  Schwäche  und  ärztliche  Verordnung,  welche  die  Frauen  an  Alkohol
gewöhnen.  Noch  mehr  als  durch  eigene  Schwäche  leiden  sie  als  Frauen  und
Töchter  von  Trinkern.  Gegen  ihren  eigenen  Willen  müssen  sie  oft  Kindern
das  Leben  schenken,  und  Schande,  Mißhandlung,  Not  und  Elend  begleiten
sie.  (Siehe  Heilkunde:  „Trunksucht".)

Dennoch  sind  die  Frauen  oft  selbst  schuld  daran,  daß  in  ihren  Kindern
die  Alkoholsucht  geweckt  wird,  indem  sie  die  Kleinen  überall  mitgenießen  lassen,
ja  ihnen  wohl  auch  noch  ein  „Schlückchen“  aufdrängen.  Der  Alkohol  macht
seinen  Reiz  frühzeitig  geltend,  und  den  Kindern  wird  zur  Gewohnheit,  was
sie  noch  gar  nicht  kennen  sollten.

Darum,  ihr  Mütter,  bleibt  eures  verantwortungsvollen  Amtes  eingedenk!

Die  verheiratete  Frau  gehe  mit  gutem  Beispiel  voran  und  vermeide  es,
Alkohol  zu  genießen.  Ihr  Beispiel  zu  Hause  und  in  Gesellschaft,  von  guten
Gründen  gestützt,  wirkt  mehr  als  alle  schönen  Reden.  Versteht  sie  es,  ihr
Haus  zu  verschönern,  die  geistigen  Interessen  ihres  Mannes  zu  pflegen,  so
wird  aus  manchem  ehemaligen  Kneipbruder  noch  ein  solider  Familienvater,
während  unliebenswürdige,  beschränkte  Frauen  schon  manchen  guten  Mann  in
die  Kneipe  gedrängt  haben.  Die  Mädchen  aber  warnen  wir,  einen  Trinker
zu  heiraten.  Nicht  jeder  ist  noch  zu  bekehren  und  zu  veredeln;  ihr  Los  aber
an  der  Seite  eines  Trinkers  ist  ein  trauriges.

Viel  also  kann  die  Frau  zur  Verminderung  der  Trunksucht  tun;z  stellt
sie  sich  die  Aufgabe,  die  Trinksitten  zu  bekämpfen,  statt  sie  gedankenlos  zu
unterstützen,  indem  sie  Arbeitern,  Dienstboten,  Postboten  niemals  Alkohol  anbietet
  und  ebensowenig  in  falsch  verstandener  Gastfreundlichkeit  ihren  Gästen,
so  kann  sie  sich  dereinst  das  Zeugnis  geben,  stets  dem  Guten  gedient  und  das
große  Elend  ihrer  Zeit  nicht  leichtsinnig  unterstützt  zu  haben.

Wie  viele  Ersatzgetränke  des  Alkohols  es  gibt,  haben  wir  unter  „Getränle“
  (Seite  106—110)  gezeigt.

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