Nahrungsmittel.  119

Wald,  lehrt  sie  „riechen“,  erklärt  ihnen  die  Entstehung  übler  Gerüche  (z.  B.  von
menschlichen  Auswursstoffen  herrührend),  und  der  Ekel  wird  auch  sie  mit  der  wachsenden
  Erkenntnis  ergreifen.  Tatsache  ist  es,  daß  die  meisten  Menschen  an  Eigengerüche
  so  sehr  gewöhnt  sind,  daß  sie  sie  überhaupt  gar  nicht  mehr  empfinden.
Absolute  Reinheit  ist  aber  auch  gleichbedeutend  mit  einer  gewissen  Gernchlosigkeit.
Da  letztere  jedoch  immer  nur  auf  kurze  Zeit  zu  erzielen  ist,  weil  sowohl  tierischer
Stoffwechsel,  sowie  die  Außerungen  des  Lebens  um  uns  herum  stets  neue  Veränderungen
  schaffen,  so  darf  auch  der  Kampf  gegen  die  Gerüche  niemals  erlahmen.
Durch  Waschungen,  Kleiderwechsel  und  beständige  Lüftung  der  Wohnräume
erzielen  wir  eine  gewisse  Geruchlosigkeit;  für  eine  feine  Hundsnase  gibt  es  zwar
keine  absolute  Geruch-  ·
losigkeit,  für  die  weit
weniger  empfindliche  Zimmergtaub
menschliche  Nase  aber  vor  dem

wohl;  wir  fügen  noch  Kehreo.

hinzu,  daß  wir  sie
zur  Aufsuchung  von
Wohlgerüchen  erziehen
  müssen  und  daß
sie  dann  allmählich

befähigt  wird,  ange-  "  *  Zimmernehme
  Eigengerüche  XI  Man
herauszuspüren.  Auch  #  dach  dem
bei  größter  Reinlich-  –  —  —
keit  haften  sie  allen

von  uns  gebrauchten  Fig.  51.  Staub.

Gegenständen  an,
wirklich  „feine  Nasen“  fühlen  sie  auch  heraus.  Ist  der  Geruch  aber  aufdringlich,
empfindet  man  ihn  schon  beim  Eintritt  in  das  Vorzimmer  einer  Wohnung,  dann
liegt  mangelhafte  Lüftung  vor,  dann  sind  die  Wohnräume  längere  Zeit  von
der  Verbindung  mit  der  Außenwelt  abgeschnitten  gewesen.

Interessant  ist  es  zu  wissen,  daß  gesunde  und  reinliche  Menschen,  die
weder  Fleisch  noch  Alkohol  genießen,  noch  Tabak  rauchen,  keine  üblen  Ausdünstungen
  haben.

Wichtig  ist  der  Feuchtigkeitsgehalt  der  Luft.  Nicht  nur  Mensch
und  Tier,  sondern  auch  Pflanzen,  Flüsse,  Wiesen  und  kahler  Boden  geben
beständig  Wasser  in  unsichtbarer  Form  ab,  d.  h.  als  Wasserdamps,  der  nur  dann
sichtbar  wird,  wenn  er  sich  verdichtet,  was  bei  kälterer  Luft  auch  stets  geschieht.
Je  feuchter  die  Luft  ist,  die  uns  umgibt,  desto  schwerer  nimmt  sie  neue  Wassermengen
  auf;  unsere  Ausdünstung  wird  also  durch  die  feuchte  Umgebung  erschwert.
Deshalb  empfiehlt  man  schwächlichen  Menschen  das  Höhenklima,  dessen  trockene
und  reine  Lust  den  Stoffwechsel  besördert,  während  die  Luft  der  Niederungen