Nahrungsmittel.  121

wird  die  Luft  (siehe  Fig.  52).  Die  fast  absolute  Reinheit  im  Hochgebirge  ist
etwas  Herrliches  und  für  den  Kulturmenschen  gänzlich  Ungewohntes.  Man
kann  im  blütenweißen  Gewande  stundenlang  wandern,  barsuß  überall  hintreten,
man  wird  nicht  „schmutzig"!  Es  lagert  eben  nirgends  modriger,  alter  Staub,
und  das,  was  sich  in  den  Lüften  als  Staub  herumtreibt,  ist  rußfrei  und  unschädlich.
  Wieviel  helle  Kleidungsstücke  man  in  einer  Woche  in  der  Stadt  beschmutzt,
ist  bekannt;  nicht  der  Ausdünstung
des  Körpers  oder  unserer  Tätigkeit
ist  das  Grauwerden  der  weißen
Wäsche  zuzuschreiben,  nur  der
schmutzigen  Luft,  die  überallhin
dringt.  Man  hat  mit  dem  Mikroskope
  allerlei  Staub  untersucht  und
gefunden,  daß  Luft  von  einem
Kubikzentimeter  auf  dem  Rigi  (Berg
in  der  Schweiz)  210  Stäubchen
enthielt,  gewöhnliche  Zimmerluft
aber  an  2  Millionen.  Das  ist
ein  Unterschied,  der  nicht  mehr  überrascht.
  Fig.  53  zeigt  uns  die  Gebilde
des  Staubes,  wie  sie  sich  unter
dem  Mikroskope  ergeben.  Am
schädlichsten  für  die  Lunge  ist  Staub
von  Steinen,  Knochen,  Lumpen,  getrockneten
  Farben,  teils  ihrer  Schärfe,
leils  ihrer  Giftigkeit  wegen.  Alte,
nicht  gereinigte  Vorratskammern
wo  vieles  der  Verwitterung  überlassen
  wird,  sind  wahre  Brutstätten

Fig.  53.  Gebilde  des  Staubes.  Vergrößert.

a  Abgesplitterte  Steinchen.  b  Pflanzenfasern
für  solchen  gefährlichen  Staub.  Dies  (Wollfäden).  c  Samenkernchen.  d  Pflanzensei
  ein  Wink  für  Hausfrauen,  nir-  zellen  und  Pflanzenteile.

gends  in  ihrem  Hause  Winkel  zu  ach  König

dulden,  wo  böse  Staubquellen  entstehen  könnten.  Leider  findet  man  wenig
Häuser  ohne  solche  Winkel.

Noch  ist  zweier  anderer  Stoffe  in  unserer  Luft  zu  gedenken,  die  sich
leider  nur  zu  oft  nachweisen  lassen:  Kohlensäure  und  Ammoniak.

Erstere  sammelt  sich  überall  dort  an,  wo  viele  Menschen  oder  Tiere
atmen.  Sie  wurde  vom  Organismus  als  unbrauchbar  ausgestoßen,  darf
daher  nicht  wieder  zurückgebracht,  also  wieder  eingeatmet  werden,  wenn  wir
nicht  langsam  an  Kohlensäure-Vergiftung  zugrunde  gehen  sollen.  Die
Unfälle,  die  so  häufig  in  dichtgefüllten  Sälen,  in  schlecht  gelüsteten  Kirchen
zu  beobachten  sind,  die  Ohnmachten  und  das  Ubelsein,  das  so  manchen  darin