136  Kleidung.

man  oft  schon  recht  bedeutenden  Druck  nicht  mehr  empfindet.  Dies  ist  auch
die  Ursache,  warum  sich  so  viele  Frauen  im  Korsett-Panzer  „wohl“  fühlen

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Fig.  60.  Saugadern  des  Beines  (Lymphgefäße).
1  Größere  Stämme  der  Lymphgefäße  an  der
Außenseite  des  Beines,  2  des  Fußrückens,
3  kleinere  Stämmchen  der  Sohle,  4  der  Bengeseite
  der  Zehen.  Nach  Hartmann.

Durch  Quecksilber-Einspritzung  kenntlich  gemacht.

und  mit  Nachdruck  erklären,  daß
sie  ohne  denselben  nicht  bestehen
können.  Sieht  man  aber  andere
an,  wie  sie  sich  abends  behaglich
strecken,  wie  sie  tief  aufatmen,
wenn  Korsett,  Rockbänder,  Unterkleider
  von  ihnen  abfallen,  dann
bleibt  man  nicht  mehr  im  Unklaren
  über  die  Wirkung  der
weiblichen  Kleidungsstücke.  Dann
betrachte  man  die  roten  Hautfalten
  unterhalb  des  Knies,  von
Strumpfbändern  herrührend,  und
die  viel  größeren  um  die  Leibesmitte,
  durch  Bänder,  Gürtel  und
den  Schnürleib  entstanden,  die
roten  Flecken  auf  dem  Halse
vom  steifen  Halsbund,  von  scharfen
Kragenkanten,  oder  gar  die  mißhandelten
  Füße  mit  den  verbogenen
  Zehen,  den  Hühner-Wieviel

  Mißhandlung  der
armen  Haut,  wieviel  Gewalt  den
nachgiebigen  Teilen  des  Organismus
  angetan!  (Siehe  Fig.  59.)

Daß  sich  die  Wirkung  derselben
  mit  der  Zeit  summiert,  daß
sie  zu  bleibender  Verkümmerung
führt,  ist  begreiflich.

An  einem  gesunden  Körper
sind  alle  Teile  stets  gleichmäßig
erwärmt,  und  Blutansammlungen,
sogenannte  Stauungen,  gibt  es
nirgends;  sowie  aber  der  Säftestrom
  infolge  äußeren  Druckes  gehemmt
  ist,  erhalten  wir  eine  mehr
oder  minder  sichtbare  Erweiterung

der  Teile  unterhalb  der  Druckstelle,  wenn  der  Säftestrom  nach  aufwärts
stattfindet.  Bei  den  Armen  und  Beinen,  den  Gliedmaßen,  strömen  die