138  Kleidung.

aber  eine  schlanke  Leibesmitte  zu  erzielen,  sind  besonders  dickleibige  Frauen
bemüht,  das  sich  etwas  zudringlich  geberdende  Bäuchlein  zusammenzuquetschen
und  es  mit  Macht  nach  unten  zu  schieben.  Dies  wird  dann  auch  prachtvoll
durch  ein  strammes  Korsett  erreicht!  Siehe  Fig.  58,  zweites  Profil.  Aber
mit  welchen  Folgen?  Seitlich  kann

1  »»«  nicht  viel  ausweichen,  da  der  Panzer
65/0%  -  #####  auch  die  Lenden  zusammendrückt,

2  —0½  .-.x«  also  wird  zuerst  der  Magen  nach
*  —]]——.eM  “  hinten  gedrängt,  die  Darmschlingen

aber  nach  unten  geschoben,  und  diese
schaffen  sich  in  der  Beckenhöhle  Raum,
wie  es  etwa  gerade  kommt.  Siehe
Fig.  69  und  70.  Sind  die  Darmschlingen
  nicht  angefüllt,  mag  es  mit-2
  unter  noch  gehen,  weil  der  ganze

Fig.  62.  Vorwärtsneigung  der  Gebärmutter.  Beckeninhalt  weich  und  verschiebbar

1  Richtung  des  Druckes.  2  Gesüllte  Darm=  ist.  sowie  dies  .-  .«--schlingen.
  3  Mastdarm.  4  Scheide.  5  Nabel.  ist  lowie  dies  aber  nicht  zutrifft  (und
6  Gebärmutterhöhle.  7  Blase.  dies  ist  so  häufig  der  Falll),  oder  wenn

durch  Einlagerung  von  Fettmassen  die
Verschiebbarkeit  der  inneren  Teile  sich  vermindert,  entstehen  nachweisbare
Druckwirkungen.  Die  Gebärmutter,  an  Häuten  locker  befestigt,  kann  sich
nach  allen  Seiten  legen,  je  nachdem  ein  Druck  von  irgend  einer  Seite  auf
sie  einwirkt;  sie  läßt  sich  also  nach  links  verschieben,  wenn  rechts  schwere
Darnschlingen  sich  ausbreiten  (oder
wenn  sich  eine  Geschwulst  entwickelt),
  und  sie  wird  nach  vorn  gedrückt,
  wenn  gefüllte  Darmschlingen
  sich  an  ihre  hintere  Seite  anlegen.
  Viele  empfindliche  Frauen
haben  daher  einen  Druckschmerz  im
Becken,  solange  sie  enge  Kleidung
tragen.  Er  sollte  wohl  beachtet
werden!
2  Unsere  Zeichnungen  ver-Fig.
  63.  Vorwärts-Knickung  der  Gebärmutter,  anschaulichen  diesen  sehr  häufigen
1  Knickstelle  der  Gebärmutter.  2  Mastdarm.  Zustand.  Er  erklärt  uns,  warum

3  Richtung  des  Druckes.  4  Gedrückte  Blase.  Z  ....
5  Scheide.  so  wenig  Frauen  die  Gebärmutter

in  der  Mittellinie  des  Körpers
haben,  und  warum  etwa  bei  jeder  dritten  oder  vierten  Frau  eine  Verschiebung
vorhanden  ist.  Es  sei  hinzugefügt,  daß  eine  nicht  bedeutende  Verschiebung
unwichtig  ist,  solange  die  Gebärmutter  frei  beweglich  geblieben,  oder  nicht
allgemeine  Erschlaffung  der  Mutterbänder  eingetreten  ist.