Kleidung.  149

schwarze  Kleider  „nervös“  machen.  In  dieser  Hinsicht  wäre  also  das  weibliche
Geschlecht  einmal  vernünftiger  gekleidet  als  das  männliche;  denn  es  ist  das
„bunte“,  das  namentlich  im  Sommer  in  hellen  Gewändern  geht,  während  die
Männerwelt  aus  ihren  schweren  und  dunklen  Stoffen  auch  in  ärgster  Sonnenglut
  selten  herauskommt.  Der  Mann  leidet  darunter;  denn  er  schwitzt  unsäglich;
  er  zögert  aber  dennoch  mit  einer  durchgreifenden  Reform.

Dann  unterscheiden  wir  dichte  und  durchlässige  Gewebe.  Erstere
haben  den  Faden  dicht
nebeneinander  gewoben,
ohne  Zwischenräume,  und
sind  wohl  auch  noch,  um
eine  gewisse  Festigkeit  zu
erlangen,  appretiert,  d.  i.
mit  Klebstoffen  (Stärke,
Gummi)  verdichtet.  Daß
sie  in  solchem  Zustand
weder  Gase  noch  Wasser-  ----dunst
  durchlassen,  auch  Fig.  96.  Buddesche  Ventilations-Gewebe.
die  natürliche  Wärme—
strahlung  des  Körpers  hindern,  liegt  auf  der  Hand.  Es  sind  also  ungesunde,
unsaubere  Stoffe.

Alle  durchsichtigen  Gewebe  dagegen  sind  auch  durchlässig  (Musselin,
verschiedene  Tüllarten),
in  hohem  Grade  sirndes...
die  in  den  letzten  Jahr-  —
zehnten  in  Mode  gekommenen
  Trikot-Unterkleider.
  Sie  saugen  ,«  —  .-.
Feuchtigkeitauf,lassenH««««"««-,-»:-»,
Dunststosfedukch,hiu---sz«"·?—:-"«"""-""’
dern  den  Luftzutritt  zur
Haut  nicht  und  hemmen
die  Wärmestrahlen  nicht  Fig.  97.  Buddesche  Ventilations-Gewebe.
bedeutend,  —  sie  sind
also  tatsächlich  gut  als  Kleidungsstoffe.  Doch  unterscheidet  es  sich  wesentlich,
ob  wir  Trikot  aus  Tierwolle  oder  Pflanzenwolle  benützen  oder  lockere  Gewebe,
  aus  Leinen  hergestellt.  Da  Luft  die  Wärme  viermal  schlechter  leitet
als  der  beste  Wollstoff,  so  ist  die  Anhäufung  der  Luft  direkt  auf  der  Haut
eigentlich  das  beste  Mittel,  um  zu  wärmen,  und  ein  Netzunterhemd  hat  nur
die  Aufgabe,  das  Maschenhemd  (Trikot)  von  der  Haut  abzuheben.

Man  rühmt  diese  Art  Unterkleidung  sehr.  (Siehe  Fig.  94  „Netzstoff“.)
