154  Kleidung.

Fig.  100  und  101  zustande  zu  bringen.  Man  vergleiche  sie  mit  der  Fig.  99.
Zwischen  diesen  fünf  Schuhformen  gibt  es  selbstredend  noch  allerlei  Zwischenformen,
  die  wir  aber  nicht  alle  bringen  können.  Erwähnt  sei  nur  noch,  wie  sich
schon  aus  Fig.  102  ergibt,  daß  die  Schuhe  einseitig  sein  müssen,  d.  h.  für
jeden  Fuß  besonders  geschnitten;  denn  nur  dadurch  können  wir  eine  Verschiebung
  der  natürlichen  Verhältnisse
verhindern.

Endlich  sei  darauf  aufmerksam  gemacht,
  daß  die  warmen  geschlossenen
Schuhe  mit  Reformfutterstoffen
gefüttert  sein  sollen,  die  man  auch  erneuern
  kann,  um  den  Schuh  reinlich
zu  erhalten  und  nicht  mit  Schweiß  und
Schmutz  zu  durchtränken.

Außer  Kneipps  Sandalen,  Dr.  «-LahmannsFlechtschuhen,Schanze-

  Reformstiefel  usw.  gibt  es  «
noch  einen  Reformschuh,  auf  den  wir  be—
sonders  hinweisen  möchten.  Es  ist  Goßmanns
  Normalstiesel  „Hostegos",
der  von  der  Schuhfabrik  Hofmann  &amp;
Stenger  in  Erfurt  hergestellt  wird.
Man  verlange  daselbst  das  „Meßblatt"
und  sende  seine  genauen  Maße  ein.  Er
paßt  sich  genan  der  Form  des  Fußes

an,  ist  mit  Ventilation  versehen  und  -
Fig.  108.  wird  vom  kleinsten  Kinderschuh  bis  Fig.  109.
Hostegos-Stiefel  zum  größten  Herrenstiefel  ausgeführt.  Normaler  Fuß
Grette  orn  Trotz  veer  Ventirationslocher  8*  sseS
sich  auch  bei  Regen  und  Schneewetter  gut  und  erhält  uns  einen  warmen  Fuß.
Bekanntlich  sind  die  geschlossenen,  undurchlässigen  Lederschuhe  nach  modernem
Schnitt  angefertigt,  die  Hauptursache  der  chronisch  kalten  Füße,  die  bei  vielen
Personen  so  gewohnheitsmäßig  geworden  sind,  daß  sie  sie  gar  nicht  mehr
sühlen.  Darum  also  Reformstiefel  vorziehen.

•P
Die  weibliche  Reformkleidung.

Wir  werden  kein  bestimmtes  System  als  alleinseligmachend  vorschreiben.
Es  sind  schon  eine  ganze  Menge  bekanntgemacht  worden,  die  alle  ihre  Vorzüge
  und  ihre  Mängel  haben;  übereinstimmend  sind  sie  in  der  mehr  oder
minder  radikalen  Abschaffung  der  „Taille“,  d.  i.  der  verengten  Leibesmitte,
in  der  Verminderung  der  Unterkleidung  und  der  Vereinfachung  der  weiblichen