Kleidung.  157

Daher  schlagen  wir  außer  der  Sportskleidung,  die  auch  für  die  Straßen
zweifellos  die  beste  ist,  das  griechische  Frauenkleid  als  Grundlage  eines
schöneren  und  edleren  Hausgewandes  vor  und  bringen  davon  auch  eine
Variation,  Fig.  110  a,  b,  c,  da  wir  leider  keinen  griechischen  Himmel  über
uns  haben,  der  uns  bloße  Arme  und  freien  Nacken  zu  jeder  Zeit  gestatten  würde.
Macht  man  die  in  Falten  gezogene  Einlage  für  Hals  und  Arme  aus
anderem  Stoffe,  z.  B.  aus  Seide,  das  griechische  „Hemd“  aus  Kaschmir  und
mit  dem  Rocke  gleichfarbig,  so  erhält  man  einen  wunderhübschen  Anzug,
der  sich  natürlich  aus  leichteren  und  schwereren  Stoffen  herstellen  läßt  und
auch  noch  andere  Veränderungen  zuläßt.

Zu  unserer  Freude  erkannten  wir,  daß  Dr.  Lahmann  in  seiner  Schrift
über  die  Kleiderreform
auch  auf  antike  Muster  zurückgreift
  und  gleichfalls
von  der  Schönheit  und
Natürlichkeit  derselben
erfüllt  ist.  Er  schlägt  in
Fig.  111  ein  dem  römischen
  Gewande  ähnliches
Kostüm  vor,  das  gewiß
auch  seine  Liebhaber  finden
  wird.  Die  Vorderansicht
  zeigt  eine  Mischung
von  antikem  Faltenwurf
und  modernem  Armelputz,

  die  Rückansicht  einen  Fig.  112.  Hygienische  Fraunenhosen
üb  ch  en  S  chl  afrock--  der  Firma  Agnes  Fleischer-Griebel  &amp;  Lesemeisler.
hübschen  frock  Gesetzl.  geschützt.)

schnitt,  allerdingseine  Zusammensetzung,
  die  manchen  Widerspruch  erregt.  Trotzdem  ist  die  Vorderansicht
hübsch  und  wird  bei  größeren  Figuren  entschieden  gut  zur  Geltung  kommen.

Das  griechische  Hemd  dagegen  bringt  mehr  Bewegung  in  die  Formen,
behindert  uns  weniger  durch  schweren  Faltenwurf  (besonders  wenn  das  „Hemd“
kurz  gemacht  ist),  gibt  mehr  Gelegenheit  zu  jugendlichem  Aufputz  und  dürfte
sich  den  modernen  Anforderungen  besser  anpassen.

Der  Rock,  mit  oder  ohne  Schleppe,  wird  nicht  auf  die  Taille  gebunden,
sondern  wird  an  den  Schultern  getragen.  Wer  nicht  entblößt  gehen  will,  läßt
sich  eine  Art  lose,  kurze  Bluse  herstellen,  die  unter  dem  griechischen  Hemde
getragen  wird,  Fig.  110  stellt  diese  Ausführung  für  kältere  Jahreszeiten  dar.

Hauptsache  ist  dabei  der  Wegfall  der  Taille,  die  lockere  Oberkleidung,
die  jedwede  Unterkleidung  gestattet.

Letztere  bestehe  aus  einem  gewöhnlichen,  ärmellosen  Frauenhemd,  aus
leichtem  Baumwolltrikot  oder  Reformstoff  im  Sommer,  aus  dickerem  im