166  Bett.

Unsere  Betten.

Sie  sind  unsere  Nachtkleider,  nur  mit  dem  Unterschiede,  daß  wir  sie
nicht  mit  uns  herumtragen  und  daß  sie  uns  locker  umhüllen.  Allen  Schwachen,
Kranken,  Frierenden  ist  das  Bett  ein  geliebter  Zufluchtsort,  wo  sie  Behagen,
Linderung,  Erwärmung  und  den  so  oft  ersehnten  Schlaf  finden.  Sehr  viele
Menschen  verbringen  nahezu  die  Hälfte  ihrer  Lebenszeit  im  Bette;  man  denke
an  die  vielen  kleinen  Kinder,  die  vielen  Schonungsbedürftigen  —  die  Frauen
der  wohlhabenden  Stände  in  erster  Linie!  —  die  wirklich  Kranken  und  —  die

Fig.  127.  Steinersches  Bett.

Gemächlichen,  um  nicht  zu  sagen  „Faulen“.  Zehn  Stunden  täglich  im  Bette,
das  ist  gar  nichts  Besonderes.

Da  ist  es  denn  wirklich  nicht  gleichgültig,  wie  diese  Betten
beschaffen  sind.  Den  Anspruch  auf  Reinlichkeit  und  Durchlässigkeit  müssen
wir  für  unsere  Betten  ebenso  erheben,  wie  für  unsere  Kleider.  Viel  mehr
jedoch  als  diese  können  die  Betten  die  Träger  von  Krankheitsstoffen  und  ein
Sammelort  für  die  Ausscheidungsstoffe  des  menschlichen  Körpers  werden,
weil  sie  der  täglichen  Lüftung  viel  weniger  unterliegen  als  unsere  Kleidung,
die  mit  uns  ins  Freie  getragen  wird,  und  weil  sie  niemals  Gelegenheit  haben,
sich  ohne  uns  mit  reiner  Luft  anzufüllen.  Das  Bett  steht  immer  unbewegt
an  gleicher  Stelle,  und  seine  einzelnen  Teile  werden  im  besten  Falle  alle  paar
Wochen  einmal  ins  Freie  getragen  und  der  Luft  und  Sonne  ausgesetzt.  Es