168  Bett.

haltbar  und  nicht  so  reinlich,  weil  die  Pflanzenfasern  mit  der  Zeit  zerfallen
und  Staub  bilden.  Sie  sind  bedeutend  billiger  als  Roßhaarkissen.  Statt
Sprungfedermatratzen  sind  die  einfachen  Drahtgeflechte  elastisch  und  doch
fest  und  sicher,  auch  die  reinlichsten.  Sie  dürfen  allgemein  eingeführt  werden,
  bis  die  gefüllten  Sprungfedereinlagen  „ausgestorben“  sind.  Für  den
Winter,  wenn  sie  das  Bett  zu  kalt  machen,  bedeckt  man  sie  mit  einer
derben  doppelten  Wolldecke  und  legt  dann  erst  Roßhaarmatratzen  darauf.
Die  Steppdecke  wird  zu  einem  herrlichen  „Kleidungsstück“,  wenn  sie  mit
leichter,  flockiger  Wolle  gefüllt  und  mit  Trikot  gefüttert  ist.  Sie  ist  äußerst
haltbar  und  auch  schön,  besonders  wenn  wir  die  obere  Seite  mit  Atlas  oder
Stickereien  versehen.

Steiner  hat  sich  das  Verdienst  erworben,  eine  höchst  wohltätige  Reform
  der  Betten  eingeführt  zu  haben,  die  sich  jetzt  schon  weit  verbreitet  hat.
Im  heißen  Sommer  schläft  es  sich  kühl  und  gut  in  einem  Steinerschen  Bett,
und  wem  es  im  Winter  zu  leicht  wird,  der  lege  sich  unten  eine  Wolldecke
ein,  oben  entweder  eine  zweite  Steppdecke  oder  ein  kurzes  Federbett  auf  die
Füße,  und  dann  ist  er  noch  immer  besser  daran,  als  in  einem  dicken  Bett
des  alten  Regimes.

Die  Erwärmung,  die  für  die  Füße  angezeigt  ist,  ist  dem  Kopfe  schädlich;
  so  viele  Menschen  legen  sich  schon  mit  blutüberfülltem  Hirn  infolge
geistiger  Arbeit,  erregender  Unterhaltung  usw.  in  ihr  Bett;  statt  aber  zu
kühlen,  zu  beruhigen,  erhitzen  die  warmen  Federkissen  den  Kopf  noch  mehr,
und  nun  beginnt  das  erregte  Träumen,  das  Hin=  und  Herwerfen  im  unruhigen
  Schlaf.  Daher  flache  Roßhaarkissen  für  alt  und  jung  und
horizontale  Lage,  damit  der  müde  Körper  wirklich  ausruhe  und  nicht
Stauungen  im  Becken  entstehen.  Nur  für  gewisse  Kranke  ist  die  erhöhte
  Lage,  das  halbe  Sitzen  im  Bette  erlaubt,  ja  sogar  nötig;  bei  den
anderen  ist  es  oft  nur  gedankenlose  Gewohnheit,  die  nicht  ohne  schädliche
Folgen  bleibt.

Vor  allem  müssen  wir  die  Frauen  davor  warnen,  die  an  Blutungen
der  Beckenorgane  leiden;  sie  haben  schon  blutüberfüllte  Beckenorgane,  sie
haben  schon  Staunngsleber  u.  dgl.;  es  darf  daher  der  Steiß  nicht  zehn
Stunden  lang  so  viel  tiefer  liegen  als  Brust  und  Kopf  und  die  Zirkulation
dadurch  erschwert  werden.  Kühl  und  flach  müssen  solche  Frauen  liegen,
Unterfederbetten  sind  sofort  zu  beseitigen,  und  der  Kopf  ist  durch  ein  Roßhaarkissen
  nur  wenig  zu  erhöhen.  Fig.  127  führt  uns  ein  Steinersches
Bett  vor  mit  allen  seinen  Teilen,  wie  Steppdecken,  Matratzen,  Drahtgeflecht,
zwei  Kopfkissen,  alles  mit  Trikot  überzogen.

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