172  Wohnung.

arbeiten,  geschützt  sein,  ohne  die  heutigen  üblen  Folgen  der  Abschließung
ertragen  zu  müssen.

Zu  solchen  Häusern  müssen  wir  es  bringen  und  zwar  sowohl  bei  ein—
facher  als  auch  bei  kostbarer  Einrichtung,  damit  wohlhabende,  sowie  weniger
Bemittelte  den  Segen  dieser  Einrichtung  zu  genießen  bekommen.

Was  nun  die  Ausstattung  der  Wohnräume  anbelangt,  so  wird  auch
hier  das  Prinzip  der  leichteren  Reinigungsfähigkeit  den  Sieg  erringen;  ge—
polsterte  Möbel,  diese  Fänger  für  Staub  und  Ungeziefer,  werden  vom  Schauplatz
  verschwinden  und  von  anderen  weichen,  nachgiebigen  Ersatzmitteln  ver—
drängt  werden.  Die  Fußböden  werden  Überzüge  erhalten,  welche  mit  feuchten
Tüchern  mühelos  gereinigt  werden  können  und  keine  Staub=  und  Schmutzansammlungen
  gestatten.  Das  Überschwemmen  der  Dielen  mit  Wasser,  das
Scheuern  derselben  mit  Seife  und  Bürste,  wie  es  in  der  Schweiz  noch  Sitte
ist,  um  sie  recht  weiß  zu  erhalten,  wird  man  nur  aus  üÜberlieferungen  kennen.
Den  modrigen  Geruch  von  feuchtem,  altem  Holz,  die  große  Neigung  desselben,
Gerüche  und  Schmutz  aller  Art  aufzunehmen  und  festzuhalten,  bestreitet  man
kaum,  dennoch  glaubt  man  noch  nicht,  daß  solche  weiße,  schmutzige  oder  feuchte
Dielen  in  geschlossenen  Wohnräumen  ungesund  sind.  Im  allgemeinen  wissen
die  Menschen  gar  nicht,  mit  wieviel  Gefahren  sie  sich  umgeben.

Fliegt  durch  die  Fenster  kein  Ruß  mehr  herein,  werden  die  Straßen
badurch  staubfreier  erhalten,  daß  zur  Pflasterung  nur  ganz  hartes  Material
verwendet  wird,  also  keine  weichen  Pflastersteine,  welche  so  viel  Staub  verursachen
  können,  haben  innerhalb  der  Wohnungen  Heizung  und  Verrußung
ihr  Ende  erreicht,  sind  im  übrigen  auch  keine  Staubfänger  aller  Art  in  den
Wohnungen,  dann  hört  auch  die  heutige  Staubwirtschaft  auf,  und  die  Menschen
haben  sich  einer  wohltuenden  Reinlichkeit  zu  erfreuen,  welche  ihre  Lungen
gesund,  ihr  Blut  rein  erhält.

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Lufthötten.

Für  die  warme  Jahreszeit  verdient  das  Schlafen  in  offenen  Lufthütten
die  regste  Aufmerksamkeit.  Sind  gut  ventilierte  Steinhäuser  auch  reinlich,
die  direkten  Ausstrahlungen  von  Erde,  Himmel  und  Pflanzen  halten  sie  doch
auf,  ebenso  die  bewegte  Luft;  daher  ist  das  Schlafen  außerhalb  auch  des
vollkommensten  Hauses  immer  noch  etwas  ganz  anderes,  weil  viel  gesünder.
Wer  es  nie  versucht  hat,  ahnt  den  Genuß  nicht,  den  auch  das  Schlafen
unter  freiem  Himmel  gewährt.  So  wie  die  moderne  Heilkunde  immer  mehr
die  Luft  als  gewaltigen  Heilfaktor  erkennt,  so  wird  die  Zukunft  jedem  Hausbesitzer
  in  seinem  Garten  gewiß  auch  eine  „Lufthütte“  bringen,  die  zu  den
selbstverständlichen  Einrichtungsstücken  gezählt  wird.  Sie  ist  dann  richtig
erbaut,  wenn  sie  vor  Regen  und  Sturm  oder  Bodenfeuchtigkeit  Schutz  ge-