Fünftes  Kapitel.

Rube  und  Bewegung.

„O  Schlaf,  o  holder  Schlaf
Der  Schlaf.  Du  Pfleger  der  Natur  —“
Shakespeare.

Oewegung  ist  Veränderung  des  Ortes,  bei  Mensch  und  Tier
Muskelzusammenziehung  unter  Sauerstosfaufnahme  und  Kohlen-GErschöpfung

  (Abnützung)  eintreten  soll.  Die  Natur  hat  uns
das  Müdigkeitsgefühl  gegeben,  das  uns  Einhalt  in  der  Bewegung  gebietet,
  und  einen  anderen  Zustand,  der  die  Forscher  immer  wieder  zu  neuen
Beobachtungen  anregt  und  der  die  verlorenen  Kräfte  vollkommen  ersetzt,  es
ist  der  Schlaf,  bekanntlich  „ein  Zwillingsbruder  des  Todes"“  genannt.

Er  besteht  in  vollständiger  äußerer  und  innerer  Ruhe.  Die  Glieder
hängen  schlaff  am  Körper  des  Schlafenden;  der  Geist,  die  Sinne  haben  ihre
Tätigkeit  unterbrochen,  das  Bewußtsein  ist  ausgelöscht;  vollständig  wehrlos
liegt  der  Schlafende  da.  Nur  das  Herz  arbeitet  ruhig  weiter,  und  die
Atmungsorgane  beweisen  ihre  Tätigkeit  durch  langsames  Heben  und  Senken
des  Brustkorbes.  Wenn  der  Schlaf  lange  entbehrt  wurde,  tritt  er  bei  gesunden
  Menschen  mit  so  elementarer  Macht  ein,  daß  er  sie  in  jeder  Stellung
überwältigt  und  so  bleischwer  wird,  daß  ein  Erwecken  fast  numöglich  erscheint.
  So  schläft  die  Jugend,  wenn  sie  ermüdet  und  gesund  ist.  Ein
beneidenswerter  Zustand!

Die  Verdaunng  ist  verlangsamt  während  des  Schlafes;  für  erschöpfte
Nervenkraft  ist  der  Schlaf,  tief  und  traumlos,  das  wirksamste  Erholungsmittel,
  und  man  ist  berechtigt,  anzunehmen,  daß  während  seiner  Dauer  ermüdete
  Zellen  neue  Nährstoffe  aufnehmen,  sogenannte  Ermüdungsstoffe  abgeben
und  dadurch  zu  neuer  Tätigkeit  wieder  befähigt  werden.

Desgleichen  ist  er  für  jugendliche,  noch  im  Wachstum  begriffene  Wesen
von  höchster  Bedeutung  und  sollte,  ebenso  wie  für  Kranke  und  Schwache,  mit