180  Ruhe  und  Bewegung.

mancher  Leserin  Anregung  geben  wird,  ihre  vielleicht  mangelhafte  Körpergröße
zu  verbessern.  In  dem  vortrefflichen  Schriftchen  sind  gut  erdachte  übungen
bildlich  dargestellt.  Man  wende  sich  an  Matthäus  Tadla,  Treisen,
Niederösterreich  und  verlange  den  Unikum-Apparat.

Anders  ist  die  „Schwedische  Heilgymnastik“,  die  der  Schwede  Lingg
geschaffen  hat.  (Siehe  „Heilkunde“  unter  „Heilgymnastik".)  Sie  heißt
auch  „Widerstandsgymnastik“  und  bedarf  immer  zweier  Personen:  einer,
welche  die  Bewegung  ausführt,  und  einer,  welche  den  Widerstand  leistet.
Die  Vorzüge,  welche  die
von  einem  geschulten  GWymnasten
  geleisteten  Widerstandsbewegungen
  vor  anderen
  voraus  haben,  gipfeln
  in  dem  Umstande,
daß  die  Form,  die  Dauer
und  die  Kraft  der  Bewegungen
  am  genauesten
abgegrenzt  und  am  vollkommensten
  dem  jeweiligen
  Leidenszustande  angepaßt
  werden  können,  sodaß
weniger  leicht  eine  in  ihrer
Wirkung  zu  starke  oder  zu
schwache  Behandlung  des
Patienten  möglich  ist.

Man  führt  mit  Hilfe
des  Gymnasten  Beugung,
Streckung,  Rollung,  Drehung,
  Hebung,  Schwingung
  usw.  aus  und  macht,
vom  Kopfe  angefangen
bis  zu  den  Füßen,  derlei
übungen  durch.  Die
Namen  der  einzelnen  übungen  klingen  zuweilen  etwas  eigentümlich:

Stützgegenstehend,  Gegenneigfallend,  Schwimmhängend,  dazu  kommen
dann  Kreuzklopfung  usw.  (Die  ersten  Bezeichnungen  geben  genan  die  Stellung
des  Patienten  an  Sie  sind  aber  vortrefflich  in  ihrer  Wirkung  und  können
nur  empfohlen  werden.)  Der  Dauerlauf,  mit  systematischen  und  den  individuellen
  Kräften  angemessenen  Steigerungen  ist  eines  der  besten  Mittel,
die  Herzkraft  zu  heben  und  die  Energie  zu  vermehren.

Die  Massage  ist  auch  nur  „passive  Bewegung",  d.  h.  man  tut
selbst  nichts  dabei,  sondern  erleidet  durch  die  Arbeit  eines  Zweiten  eine