182  Ruhe  und  Bewegung.

die  zwar  wissenschaftlich  noch  nicht  ganz  begründet,  aber  doch  erfahrungsgemäß
  erwiesen  ist,  ferner  Suggestion  (geistige  Beeinflussung)  und  Sympathie
mitwirken,  und  da  besonders  Kranke  sehr  empfindlich  gegen  äußere  Eindrücke
sind,  ist  zum  vollen  Erfolge  einer  Kur  die  ganze  Erscheinung  und  Art  des
Masseurs  von  größter  Bedeutung.  Nach  welcher  Richtung  man  zu  streichen
habe,  hängt  von  den  anatomischen  Verhällnissen  ab;  im  allgemeinen  gilt  als
Regel,  daß  man  zentripetal  streicht,  d.  h.  von  den  Gliedmaßen  dem  Rumpfe
und  dem  Herzen  zu,  weil  das  Venenblut  diesen  Lauf  hat  und  man  durch  die
Massage  zuerst  das  Venennetz  der  Haut  treffen  will.  Es  gibt  aber  auch
Fälle,  wo  man  in  anderer  Weise  massieren  muß.  Das  ist  jedoch  Gegenstand

eines  besonderen  Studiums.
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Praktische  Anwendungen  fürs  Haus.

Schon  im  Altertum  galt  das  Auflegen  der  Hände  als  heilend,
schmerzstillend,  berubigend,  und  es  gab  zu  allen  Beiten  n]N–p  welche  ihrer
Wunderkraft  wegen
großen  Ruf  besaßen.
Jede  Mutter  sollte
es  verstehen,  auf  die
ihrigen  durch  solche
natürliche  und  angenehme
  Mittel  einzuwirken.
  Wir  geben
im  folgenden  einige
praktische  Winke.

Mit  ruhigem  Gemüt
  und  dem  festen
Willen,  helfen  zu  wollen,
  legt  man  die  eine
(warme,  reine,  nicht
feuchte)  Hand  auf  die
Stirn,  die  andere  auf
den  schmerzenden  Körperteil;
  oder  bei  allgemeiner
  Aufgeregtheit
  der  zu  beeinflussenden
  Person  faßt
man  ihre  Hände  fest
an,  spricht  mit  ruhiger
gedämpfter  Stimme  langsam  auf  sie  ein  und  verbietet  ihr  selbst  das  Sprechen.
Ist  sie  ruhiger  geworden,  streicht  man  schweigend  und  leicht  über  sie  weg,

Fig.  130.  Ein  enatüriches  Miner  gegen  Schmerz  und  —  eregtheit.
Die  Schwester  beruhigt  die  Zahnschmerzen  des  Jungen.