184  Ruhe  und  Bewegung.

Rückenstreichungen,  Magenmassage,  Milz-Leber-Handgriff,
Darmmassage.  Sie  sind  leicht  zu  erlernen,  bedürfen  aber  immerhin  gewissen
  Verständnisses  und  einiger  Ausdauer.

Rückenstreichungen  mache  man  bei  großer  Ermüdung,  Schmerzen
im  Kreuze,  in  den  Rückenmuskeln  oder  bei  Schwächegefühl  in  der  Wirbelsäule;
  man  streicht  zuerst  vom  Genick  mit  kurzen  Strichen  zu  den  Schulterblättern
  herunter,  teils  mit  den  Fingerspitzen  der  drei  Mittelfinger,  teils
mit  dem  Daumen;  dann  macht  man  intensive  Striche  längs  der  Wirbelsäule
bis  zum  Kreuze  und  streicht  seitlich  mit  der  ganzen  Handfläche  über  Schulter-«
  blätter  und  Rippen.
Bei  Schmerzen  im
Kreuze  sind  kräftige

Kreisstreichungen
auf  dem  Krenzbein
sehr  wohltuend.

So  einfach  diese
Angaben  anch  klin—
gen,  so  müssen  sie  doch
von  einem  geübten
Masseur  einmal  ge—
zeigt  und  erklärt
werden,  sonst  würden
  sie  nicht  richtig
ausgeführt  werden.
Siehe  Fig.  131,

Rückenmassage.

Die  einfachste  Ma-Fig.

  132.  Einfachste  Darmmassage.  genmassage  besteht
Kreisförmige  Streichungen  um  den  Nabel  herum.  darin,  daß  man  die

Magengegend  abwechselnd
  mit  beiden  Händen  von  links  nachrechts  streicht  und  mehr
oder  minder  drückt.  Bei  Gasansammlungen  erreicht  man  dadurch  stets
eine  wohltätige  Entleerung  der  Gase  und  damit  nen  erwachenden
Appetit.  Man  darf  nicht  in  umgekehrter  Richtung  streichen,  weil  man
dadurch  der  natürlichen  Tätigkeit  des  Magens  entgegenwirken  würde.  Die
Zusammenziehungen  des  Magens  finden  von  der  Mündungsstelle  der  Speiseröhre
  an,  also  von  links  oben  nach  dem  Eingang  in  den  Dünndarm  zu,
also  nach  rechts  unten,  statt.  Es  wird  durch  dieselben  der  Speisebrei  weiter
geschoben.

Der  Milz-Leber-Handgriff  ist  bei  Darmgasen,  Stuhlverstopfung,
Leibschmerzen,  Appetitlosigkeit  sehr  wirksam.  Man  legt  die  ganze  Hand  auf
die  Lendengegend,  so  daß  die  Fingerspitzen  fast  auf  die  Wirbelsäule  zu  liegen