192  Pflege  der  Schönheit.

läßt,  und  weil  unsere  eigensten  Gefühle  unser  Auge  oft  so  blind  machen,
daß  wir  nicht  zu  sehen  vermögen,  was  viele  andere  ganz  deutlich  erblicken.

Ein  Mann  z.  B.,  der  nur  nach  sinnlichen  Reizen  sucht,  findet  nur  kräftige

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Fig.  136.

Fig.  137.
Männliche  und  weibliche  Normalgestalt.  Nach  Mertel.

Frauen  mit  starken  Formen  „schön“;  eine  regelmäßige,  aber  feinere  Schönheit,
frei  von  jeder  Koketterie,  läßt  ihn  kalt,  die  findet  er  „langweilig“.

Ein  feinfühligerer,  ästhetischerer  Mann  dagegen  zieht  die  anmutigen,
geistig  lebendigen  Frauen  vor  und  sieht  in  starken  Formen  nur  Derbheit.
Aus  seiner  Eigenart  also  entspringt  sein  Urteil  und  der  subjektive  Geschmack.