Pflege  der  Schönheit.  193

Darum  suche  erst  ein  jeder  das  Wesen  der  Schönheit  zu  begreifen,  bevor  er
urteilen  will;  er  bilde  sich  an  den  vom  schönsten  Volk  mit  den  vollkommensten

Schönheits-Begriffen  uns  zurückgelassenen
  Werken  der  Griechen!
Er  bemühe  sich,  kranke  Formen  von
gesunden  unterscheiden  zu  lernen,  und
er  wird  erkennen,  wie  schwer  dies
in  unserer  Zeit,  wo  Unnatur  und
Verbildung  so  häufig  sind,  wird.
Wir  wollen  uns  hier  nur  mit
der  weiblichen  Schönheit  befassen
und  der  Schönheitspflege  im  allgemeinen,
  indem  wir  das  Verständnis
für  natürliche  Verhältnisse  wecken
und  zeigen,  auf  welche  Weise  wir
die  Grundlage  aller  Schönheit,  die
Gesundheit,  erhalten.  Sie  drückt
sich  aus  durch  die  Formen,  die
Farben,  die  Haltung  unseres  Körpers,
  durch  die  Beschaffenheit  der
Haut,  der  Haare,  den  Glanz  der
Augen,  die  Fehlerlosigkeit  unserer
Zähne  und  durch  den  Ausdruck
unserer  Mienen.  Bei  den  tausenderlei
Gefahren,  die  uns  stündlich  umgeben
und  unsere  Gesundheit  gefährden
(durch  vergiftete  Luft,  durch  eine
Kleidung,  die  den  Körper  verkrüppelt,
durch  eine  Arbeit,  die  unsere  Augen
oder  das  Nervensystem  ruiniert,
durch  eine  Ernährung,  die  uns  in
Krankheit  und  Siechtum  stürzt),
müssen  wir  wohl  erst  lernen,  was
Schönheit  erhält  und  worin  ihr
wahres  Wesen  eigentlich  besteht.
Das  Ideal  der  Menschengestalt
wechselt  nach  Rassenzugehörigkeit
und  Bildungsstand;  die  griechischen
Künstler  aber,  vor  allem  die  Bildhauer,
  haben  ihren  Nachkommen

Jig.  183.  Jugendliche  Gestalt  mit  schön

5  K  en  J%%ti  .  "-.

geformtem  Rücken  und  guter  Haltung.

eine  Gestalt  des  Menschen  hinterlassen,  welche  wir  noch  immer  als  Idcealgestalt
  ansprechen.  „Das  künstlerische  Jdeal  will  die  Menschengestalt  gleichsam

Die  Frau  als  Hausärztin.

13