198  Pflege  der  Schönheit.

Die  Pflege  der  Haut.

Schon  ans  dem  ersten  Kapitel  über  Körperbau  wissen  wir,  wie  die  gesunde
  Haut  beschaffen  sein  muß;  sie  muß  rosig,  warm,  weich,  frisch  sein,  nicht
trocken,  spröde,  kalt,  gelb  und  schlaff.  (Man  lese  über  „Die  Haut“  nach.)  Auch
ging  aus  dem  vorhergehenden  hervor,  daß  wir  durch  durchlässige  Kleidung
und  durch  Luftbäder  eine  gesunde  Haut  erhalten.  Wir  wissen  auch,  daß
eine  schöne  Haut  zuerst  „gesund“  sein  muß,  es  gibt  aber  noch  viele  Einzelheiten
  bei  der  Hautpflege,  die  durch  Kleidung  und  Lufteinfluß  noch  nicht  erledigt
  sind.  Diese  betreffen  die  Reinigung  der  Haut,  die  Erhaltung  ihrer
Weichheit  und  Geschmeidigkeit,  sowie  für  die  Gesichtshaut  ihre  Farbe,  ferner
nicht  minder  die  Behandlung  unbedeutender  kleiner  Erkrankungen.  Wasser
und  Seife  sind  die  gewöhnlichen  Reinigungsmittel,  und  nicht  immer  fragt  man
darnach,  wie  diese  beschaffen  sein  sollen,  um  die  Haut  nicht  hart,  nicht  runzelig
zu  machen.  Wir  geben  daher  im  folgenden  einige  praktische  Fingerzeige.

Je  mehr  Kleider  und  je  undurchlässigere  Kleider  man  trägt,  desto  mehr
Schweiß,  Fett  und  eindringender  Staub  sammelt  sich  an  der  Hautoberfläche
an  und  macht  sie  „schmutzig"“".  Man  muß  also  deshalb  so  oft  baden  und  sich
abseisen,  weil  man  sich  künstlich  schmutzig  macht.  Hätten  wir  weniger  Kleiderhüllen
  und  mehr  Hautausdünstung,  so  wäre  dies  weniger  oft  nötig.  Badet  man
aber  zur  Reinigung,  dann  nehme  man  nur  warmes  Wasser  von  35—370°  C.
und  benütze  nur  milde  Seife  ohne  Sodazusatz.  Soda  löst  bekanntlich  den
Schmutz  vortrefflich,  wirkt  aber  auch  auf  die  Oberhaut  so  erweichend  und
ätzend,  daß  diese  bei  häufiger  Anwendung  rissig  und  spröde  wird.  Zur  allgemeinen
  Erfrischung,  und  damit  die  Haut  durch  die  ausschließlich  warme  Behandlung
  nicht  schlaff  werde,  lasse  man  jedem  Reinigungsbade  eine  kühlere
Übergießung  von  etwa  15—227  folgen,  und  frottiere  darnach  die  Haut  kräftig,
um  sie  blutreich  und  warm  zu  machen.  Nach  solchem  Bade,  das  nie  über
zehn  Minuten  währen  soll,  wird  man  sich  äußerst  wohl  fühlen.

Den  Kopf  dabei  trocken  zu  lassen,  wie  es  die  Frauen  so  gerne  tun,  ist
ganz  unhygienisch.  Es  kann  dies  Zirkulationsstörungen  zur  Folge  haben,
Störungen  in  der  Wärmeausstrahlung  und  —  dies  ist  immer  der  Fall!  —  es
beraubt  den  Kopf  der  notwendigen  Reinigung.  Gerade  die  Haare  fangen
viel  Staub  auf,  und  wenn  auch  tägliches  Bürsten  und  Kämmen  einen  besseren
Zustand  hinsichtlich  der  Reinlichkeit  schaffen,  so  bedarf  doch  die  Kopfhaut  gelegentlich
  noch  einer  anderen  Anregung.  Auch  tragen  die  Kopfwaschungen,
gleichzeitig  mit  dem  Vollbad  genommen,  wesentlich  zur  „Abhärtung“  des
Kopfes  bei,  d.  h.  er  wird  gegen  äußere  Einflüsse  weniger  empfindlich.

Nach  der  Abseifung  des  Kopfes,  wobei  man  lange  Haare  nicht  etwa
auflöst,  sondern  als  festgeflochtenen  Zopf  im  Wasser  hängen  läßt,  kühlt  man
ihn  ebenso,  wie  den  ganzen  Körper  ab,  läßt  ihn  abtropfen  und  reibt  ihn
dann  mit  weichen  Tüchern  möglichst  trocken.