202  Pflege  der  Schönheit.

Waschbecken  taucht  man  das  Gesicht  und  schlägt  Wellen,  indem  man  es  lernt,
durch  die  Nase  in  das  Wasser  hinein  auszuatmen.  Die  dadurch  erzeugten  sanften
Wellen  sind  für  die  geschlossenen  Augen  und  die  Stirn  sehr  angenehm.  Zum
Einatmen  erhebt  man  das  Gesicht  aus  dem  Wasser.  Durch  geschickte
Drehungen  gelingt  es,  auch  die  Ohren  mitzutauchen,  ohne  die  Haare  wesentlich
  zu  benetzen.  Das  kühle  Wasser  bewirkt  leichte  Rötung  der  Gesichtshaut,
das  Gesicht  wird  also  frischer  und  voller  dadurch,  und  die  Haut  bleibt  weich
und  zart.

Dreimal  täglich  solche  Gesichtsbäder  von  etwa  24°  C.  ausgeführt,  sind
besonders  bei  blasser  Haut  und  magerem  Gesichte  nicht  zu  viel.  Sie  werden
den  Teint  wesentlich  verbessern  und  sind  das  schönste  Mittel,  das  zur  Pflege
der  Gesichtshaut  empfohlen  werden  kann.

Das  Gesicht  täglich  abzuseifen  brauchen  nur  jene,  die  es  in  Staub,
Rauch  und  Dunst  schmutzig  machen;  für  andere  genügen  die  angegebenen
Gesichtsbäder.  Jede  Seife,  auch  die  mildeste,  reizt  mit  der  Zeit  und  entzieht
der  Haut  ihr  natürliches  Fett,  macht  sie  also  leicht  spröde.  Sie  ist  daher
gerade  der  Gesichtshaut  nicht  sehr  wohltätig.

Man  wähle  für  das  Gesicht  nur  sodafreie,  fette  Seifen,  die  durch  ihre
Schärfe  nicht  schaden.  Das  sind  z.  B.  Honigseifen,  Bergmanns  Lilienmilchseife,
sogenannte  überfette  Seifen,  Kräuterseife  „Aock“  usw.  Eine  reine  Seife  soll
außer  etwas  Parfüm  nur  aus  reinem  Fett  und  Alkalien  bestehen,  letztere
dürfen  jedoch  nicht  im  Überschuß  vorhanden  sein,  sonst  werden  sie  auch
scharf.  Zur  Seifenbereitung  eignen  sich  am  besten  Rinder=  und  Hammel-=talg;
  es  werden  aber  viel  häufiger  billige  Ole  von  Kokos,  Oliven,
Palmen  usw.  dazu  verwendet.  Um  die  Seifen  schwerer  und  umfangreicher
zu  machen,  setzt  man  noch  sogenannte  „Füllstoffe“  zu,  wie  Kreide,  Stärke,
Leim,  Sand,  Zucker  und  andere.  Unter  Alkalien  versteht  man  in  diesem
Falle  nur  Kali=  und  Natronlauge,  welche  mit  den  Fetten  zu  Seifen
verkocht  werden.  Je  weniger  davon  einer  Seife  beigemischt  ist,  je  mehr  ihr
Fettgehalt  vorwiegt,  desto  milder  wird  sie;  sie  schäumt  weniger  als  die
laugenhaltigere  scharfe  Seife.  So  viel  zur  Orientierung  über  die  Seifen.

Eine  ein=  bis  zweimalige  Abseifung  des  Gesichtes  samt  Ohren  und
Hals  etwa  allwöchentlich  mit  einer  milden,  fetten  Seife  wird  dann  nicht
schaden  und  zur  Reinerhaltung  genügen.

Um  Runzeln,  Blutleere,  rote  Flecken  im  Gesichte  zu  bekämpfen,  reibe  man
täglich  abends  sein  Gesicht  nach  einem  Gesichtsbade  von  etwa  24  mit  einem
Fett  ein.  Es  erweicht  die  sich  bildenden  Schüppchen,  vermindert  die  Trockenheit
der  Haut  und  erzielt  durch  die  mit  der  Einfettung  verbundene  Reibung  der
Haut  auch  eine  bessere  Durchblutung  derselben.  Die  meisten  tierischen  und
pflanzlichen  Fette  aber  haben  einen  Übelstand;  sie  werden  leicht  ranzig  und
reizen  in  diesem  Zustande  die  Haut  heftig.  Man  hat  daher  die  Einführung  der
mineralischen  Fette  mit  Recht  als  einen  Fortschritt  begrüßt.  Es  gehören  dazu