206  Pflege  der  Schönheit.

tagtäglich  die  schmutzigsten,  der  Haut  schädlichsten  Arbeiten  verrichten  müssen.
Welche  sind  diese?  In  erster  Linie  das  Reinigen  fetter  und  berußter  Geschirre,
  das  häufige  Eintauchen  der  Hände  in  schmutziges  Seifen=  und  Sodawasser
  bei  Reinigung  der  Wäsche  und  der  Fußböden,  alle  Verrichtungen,
die  mit  Kohle,  Asche  und  Ofen  in  Berührung  bringen  usw.  Die  Finger
werden  steif  und  ungeschickt  von  solchen  groben  Schmutzarbeiten,  die  Haut
hart,  rissig,  unempfindlich  und  die  ganze  Hand  zu  feineren  Arbeiten  unfähig.
Bei  Dienstmädchen,  die  es  weder  verstehen,  Schmutzansammlungen  zu  verhüten,
noch  viel  weniger  daran  denken,  ihre  Hände  zu  schonen,  sieht  man  oft  greuliche
Hände,  die  überhaupt  niemals  rein  werden.  Letzeres  ist  viel  öfter  der  Fall,
als  man  glauben  möchte,  und  zwar  auch  bei  Hausfrauen,  die  nie  mit  ihren
Arbeiten  fertig  werden.  An  sie  alle  möchten  wir  die  Mahnung  richten,  doch
ein  wenig  darüber  nachzudenken,  ob  dies  wirklich  so  sein  muß,  und  ob  es  nicht
ein  Verhalten  gibt,  durch  welches  das  natürliche  Aussehen  der  Hand,  die  zum
Gesicht  immer  in  einem  gewissen  Verhältnis  stehen  soll,  erhalten  werden  kann.
Wir  geben  im  folgenden  einige  Fingerzeige  für  alle  jene,  welche  behaupten,
sie  könnten  für  ihre  Hände,  ihre  wertvollsten  Arbeitsorgane,  nichts  tun.
Erste  Bedingung  zur  Erhaltung  seinfühliger,  gut  aussehender  Hände  ist
Vermeidung  täglicher  Schmutzarbeiten.  Dies  wird  erreicht  nicht  dadurch,
daß  wir  im  Hause  „nichts  tun“,  sondern  indem  wir  unser  Haus  mit  überlegung
so  einrichten,  daß  es  keine  Schmutzquellen  schafft.  So  wird  das  Scheuern
der  Fußböden  abgeschafft,  indem  man  alle  Dielen  mit  Olanstrich  versorgt
und  das  Reinigen  der  Fußböden  im  Aufwischen  mit  feuchten  Tüchern  besteht,
was  gar  nicht  mit  den  Händen,  sondern  mit  einem  passenden  Besen  ausgeführt
wird;  das  Reinigen  des  Küchengeschirres,  meist  in  gedankenlosester  Weise
vollzogen,  verliert  bedeutend  an  Unannehmlichkeiten,  wenn  man  das  Kochgeschirr
  erst  gar  nicht  rußig  werden  läßt,  was  durch  richtige  Behandlung  des
Herdes  und  des  Feuers  auch  stets  zu  erreichen  ist  (nur  muß  man  ein  wenig
denken  bei  allem,  was  man  in  der  Küche  tutl),  ferner,  indem  man  es  vor
der  eigentlichen  Reinigung  abspült,  so  daß  man  mit  dickem  Fettbelag  usw.
gar  nicht  in  Berührung  kommt  und  dann  nur  mit  Bürsten  und  dicken  Lappen
hantiert.  Dadurch  verhüten  wir,  daß  Fett  und  Ruß  sich  in  allen  Hautfalten
festnisten.  Nach  vollendeter  Arbeit  aber  reinigt  man  sofort  die  Hände  mit
reinem  warmem  Wasser,  weicher  Bürste  und  einer  milden  Seife  und  trocknet
sie  sorgfältig  ab.  Nie  darf  man  stark  eindringenden  Schmutz  eintrocknen  lassen!
Seine  Beseitigung  kostet  dann  Mühe,  ohne  Schenern  und  künstliches  „Aufweichen“
  läßt  er  sich  nicht  fortbringen,  und  so  wird  die  Hant  dadurch  oft  verletzt;
es  entstehen  kleine  Risse  und  Abschürfungen,  welche  zu  neuen  Schmutzlagern
beste  Gelegenheit  geben.  Also  jedwede  Verletzung  an  den  Händen  vermeiden!
Die  Arbeiten,  welche  die  Heizung  bedingen;  sind  sehr  häßliche;  man
kann  sich  vor  ihnen  nur  schützen,  wenn  man  dazu  stets  alte  Lederhandschuhe
anlegt,  die  auch  beim  Staubwischen  sehr  dienlich  sind.  Nur  dann  bleiben