Pflege  der  Schönheit.  207

die  Hände  ruß-  und  staubfrei.  Vermeidet  man  es  ferner,  immer  und  überall
mit  den  Händen  hineinzufahren,  benützt  man  aber  fleißig  Hilfsgeräte,  Schaufel,
Zange,  Topfhalter  u.  dgl.,  so  werden  die  Hände  viel  weniger  beschmutzt  und
erleiden  weniger  Schaden.  Also  auch  hier  Verhütung,  Prophylaxis  wie  in
der  Heilkunde,  dann  ist  „Behandlung“  oder  Heilkunde  leicht  oder  überflüssig.

Geschonte  Hände,  d.  h.  solche,  welche  keinerlei  Schmutzarbeiten  verrichten,

  kann  man  mit  kaltem  Wasser  und  milder  Seife  reinigen,  die  Haut
ist  ja  weiß  und  fein  und  nicht  beschädigt;  schmutzige  angestrengte  Hände
sollen  nur  mit  warmem  Wasser  gebadet  und  geseift,  ferner  häufig  eingefettet
werden,  um  sie  weich  zu  erhalten.  -
Sehr  wohltätig  ist  ihnen  auch
eine  Bekleidung  über  Nacht  in
Form  weicher  Lederhandschuhe,
welche  die  Haut  vor  Rauh=  und
Rotwerden  behüten.  Die  Anwendung
  des  Cold-Cream
oder  des  Kaloderma  ist  natürlich
  auch  hier  am  Platze.

Glyzerin  wird  häufig
für  aufgesprungene  Hände  angewendet,  bereitet  aber  auf  wunden  Stellen
seiner  Wasser  entziehenden  Eigenschaften  wegen  solche  Schmerzen,  daß  man
es  lieber  durch  andere  Fette  ersetzt.

Mit  Sodawasser  vermeide  man  möglichst  alle  Berührung;  die  ätzende
Wirkung  der  Soda  ist  ja  auch  der  Wäsche  nicht  vorteilhaft;  man  wähle  für
letztere  milde  „Seifenpulver"  und  lege  mehr  Sorgfalt  auf  das  Aufweichen
der  Wäsche  statt  auf  energisches  Durchreiben,  das  Haut  und  Pflanzengewebe
angreift.  Dann  wird  auch  die  Wäschereinigung  die  Hände  der  Hausfrau  nicht
so  sehr  schädigen.  Niemals  gehe  man  mit  feuchten  Händen  ins  Freie,  wenn
rauhe  Witterung  herrscht,  sondern  besorge  das  Aufhängen  der  Wäsche  u.  dgl.
mit  Handschuhen,  welchen  man  die  Fingerspitzen  abgeschnitten  hat,  um  diese  bei
der  Arbeit  nicht  gefühllos  zu  machen.  Wer  dies  alles  beachtet,  wird  sich  in
Gesellschaften  seiner  rauhen  und  roten  Hände  wegen  nicht  zu  schämen  haben
und  auf  andere  Personen  auch  niemals  einen  unangenehmen  Eindruck  machen.

Nicht  Eitelkeit  ist  es,  welche  uns  heißt,  auf  unser  Außeres  zu  achten,
sondern  das  berechtigte  Verlangen  nach  harmonischem  Eindruck  des  ganzen
Menschen.  Ein  finniges  Gesicht  steht  in  Widerspruch  mit  elegantem,  buntem
Anzug;  ein  liebliches,  jugendliches  Gesicht  paßt  nicht  zu  dicken  rohen  Händen;
ein  plump  beschuhter  Fuß  nicht  zu  feingepflegten  Händen  usw.  Einen
angenehmen  Eindruck  machen  wollen  unter  Benützung  der  vorhandenen
Vorzüge  und  unter  Abschwächung  der  nicht  zu  beseitigenden  Mängel  ist
nicht  Gefallsucht,  wie  wir  sie  oben  schilderten,  sondern  ein  natürliches
Verlangen,  das  Männern  und  Frauen  innewohnt  und  nur  dann  tadelnswert

Fig.  113.  Fingernägel.
a  Zu  langer  Nagel;  b  zu  kurzer;  c  wie  er  sein  soll.