208  Pflege  der  Schönheit.

wird,  wenn  es  die  Lüge  zur  Hilfe  nimmt  und  den  Boden  vernünftiger
Gesundheitspflege  verläßt.

über  die  Pflege  der  Nägel  ist  zu  sagen,  daß  sie  in  erster  Linie  vor
Verletzungen  geschützt  werden  müssen.  Bei  den  Arbeiterhänden  sind  sie  so
kurz  und  stumpf,  daß  sie  nie  beschnitten  werden  müssen;  bei  gepflegten  Händen
sieht  man  sie  oft  wie  die  Krallen  der  Vögel  wachsen,  lang  und  gekrümmt.
Man  hält  dies  für  vornehm,  wahrscheinlich,  weil  es  beweist,  daß  eine  solche
Hand  nicht  „arbeiten“  muß.  Der  Mittelweg  wird  auch  hier  der  richtigere
sein:  Man  behandle  die  Finger  so,  daß  der  Nagelrand  die  Fingerkuppe  kaum
überragt,  also  wirklichen  Schutz  gewährt,  ohne  zu  stören.  Diesen  Nagelrand  reinige
man  täglich  mehrmals,  damit  sich  kein  Schmutz  einlagern  kann,  auch  mildes
Bürsten  tut  den  Fingern  gut,  und  die  seitlichen  Ränder  beschneide  man  so,  daß
der  Nagel  eine  längliche  Form  erhält.  Runde,  stumpfe  Nägel  machen  klobige
Finger,  welche  sehr  häßlich  sind;  schmale,  längliche  Nägel  veredeln  die  Hand.
Diese  Art  der  Beschneidung  muß  also  geübt  und  überlegt  werden,  sie  spielt  bei
der  Schönheitspflege  der  Hand  wesentlich  mit.  —  Das  Abbeißen  der  Nägel
ist  eine  häßliche  Unart,  die  sich  leider  auch  bei  Erwachsenen  zuweilen  findet.  Das
Brüchigwerden  der  Nägel,  das  Abreißen,  beweist  eine  Schwäche  derselben,  die
mit  allgemeinen  Ernährungsstörungen  zusammenhängt.  Dann  hilft  keine  „Behandlung
  der  Nägel“,  helfen  keine  Schutzkappen  für  die  Finger,  um  das  Abreißen
zu  verhüten,  sondern  nur  eine  Diätkur,  verbunden  mit  allgemein  kräftigender
Behandlung,  durch  welche  der  Mangel  des  Blutes  an  mineralischen  Bestandteilen
  vermindert  und  mehr  Widerstandsfähigkeit  erzeugt  wird.  (Siehe  Heilkunde
  „Nährsalze“  im  III.  Teil  und  zweites  Kapitel  über  „Ernährung“  im  lI.Teil.)

Ein  gesunder  Nagel  ist  fest  (nicht  brüchig),  glänzend,  glatt  und  rosig,
ein  kranker  dagegen  blaß  oder  bläulich  (bei  durchschimmernden  blutleeren
Geweben,  wie  bei  Bleichsüchtigen  und  Herzkranken),  weich,  glanzlos  oder
spröde.  Das  Färben  und  Schaben  der  Nägel  ist  ganz  überflüssig,  wenn  bei
gesundem  Blut  und  vernünftig  gepflegter  Hand  auch  die  Nägel  ihre  natürlichen
  Vorzüge  bewahren,  v.  h.  rosig  und  glänzend  bleiben.  Fig.  143  zeigt  uns
Fingerspitzen  mit  zu  langem,  zu  kurzem  Nagel  und  in  c  mit  einer  mittleren
Länge,  welche  den  Finger  schützt  und  seine  gute  Form  erhält.

Die  Pflege  der  Föhe.

Einen  schönen  Fuß  haben  wir  auf  Seite  151  abgebildet  und  über  seine
Verkrüppelung  und  seine  Bekleidung  im  Kapitel  über  die  Bekleidung  schon
gesprochen.  Nun  wollen  wir  noch  einige  nähere  Anweisungen  geben,  auf
welche  Weise  man  seinen  Fuß  gesund  und  schön  erhält.

Ist  die  richtige  Behandlung  des  Jußes  bereits  eingeführt,  nämlich
durchlässiges  Schuhwerk  (keine  Lederschuhe,  keine  engen,  geschlossenen
Schuhe),  häufiges  Barfußgehen,  Jußbäder  usw.,  dann  haben  wir  uns  nur