Pflege  der  Schönheit.  209

um  die  Art  der  Reinigung  zu  bekümmern  und  der  Erhaltung  einer  schönen
Fußform.  Das  Barfußgehen  macht  sehr  schmutzig,  auch  wenn  man  abgetretene
Wege,  wo  Menschen  und  Tiere  Spuren  zurücklassen,  vermeidet,  was  jeder
reinliche  und  ästhetische  Mensch  nach  einigem  Nachdenken  von  selbst  tun  wird,
da  es  keine  sehr  einladende  Sache  ist,  dort,  wo  ein  anderer  hingespuckt  hat,
oder  wo  Tiere  und  schmutzige  Geräte,  wie  Wagenräder  u.  dgl.,  für  Verbreitung
  von  allerlei  Unrat  gesorgt  haben,  mit  einem  weißen  gepflegten  Fuß
hinzutreten.  Man  suche  daher  zum  Barfußgehen  nur  schöne  Wiesen,  sandige,
wenig  betretene  Wege,  weichen  Waldboden  usw.  auf  und  vermeide  auf  diese
Weise,  sich  auf  den  Sohlen  harte,  dunkelbraune  Schwielen  zu  erwerben,
die  keine  Bürste  und  kein  Sodawasser  mehr  beseitigen,  wie  man  sie  bei
Landleuten  findet,  die  das  denkbar  Häßlichste,  das  man  sich  vorstellen  kann,
an  schmutzigen  Füßen  aufweisen.  Zu  Wanderungen,  die  wir  in  möglichst
lufstiger  Gewandung  ausführen  sollen,  empfehlen  sich  dann  die  antiken
Sandalen,  welche  die  Sohlen  vor  unreinen  Berührungen  schützen  und  den
Juß  dennoch  der  Luft  und  Sonne  aussetzen.  Zum  Bergsteigen  dagegen  auf
steinigem  Boden  kann  man  nur  die  unten  geschlossenen  modernen  Sandalen
Fig.  106  anraten,  weil  diese  erstens  vor  Verletzungen  des  Fußes  durch  rauhe
und  spitze  Gegenstände  schützen,  zweitens  vor  dem  Eindringen  von  Sand  und
Steinen  bewahren,  welche  beim  Gehen  oft  sehr  lästig  werden.  Schmutzig
wird  der  Fuß  aber  auch  bei  solcher  Vorsicht.

Um  die  Zehen  von  schwarzen  Einlagerungen  (Erde)  zu  befreien,  muß
der  Fuß  täglich  ein=  bis  zweimal  in  lauem  Seifenwasser  gebadet,  dann  sorgfältig
  getrocknet  werden.  Stellen  sich  wunde  Stellen  zwischen  den  Zehen  ein,
so  fette  man  sie  mit  Cold-Cream  ein,  jedoch  stets  nur  nach  vorausgegangener
Waschung.  Das  Jucken,  das  sie  erzeugen,  verliert  sich  hierauf  sehr  bald.
Rissige  oder  schuppende  Schwielen,  die  gerne  durch  schlechtes  Schuhwerk  unter
dem  „Ballen“  entstehen,  weiche  man  zuerst  in  einem  heißen  Fußbad  (40%  C.,
10  Minnten)  auf,  dann  schneide  man  mit  einem  scharfen  Scherchen  die  erweichten
  Teile  weg  und  massiere  sie  mit  Vaselin.  Nach  Wiederholung  dieses
Verfahrens  verschwinden  sie.

Die  Nägel  der  Zehen,  die  meist  verkümmerte  Gebilde  sind,  weil  schlechtes
Schuhwerk  sie  erdrückte,  müssen  öfter  und  in  vorsichtiger  und  überlegter  Weise
beschnitten  werden,  indem  man  ihnen  eine  Gestalt,  ähnlich  denen  der  Hand,  gibt.

Dabei  beseitige  man  stets  alle  Einlagerungen  und  abgestoßenen  Hautteile.
Mit  Befriedigung  wird  man  dann  nach  einiger  Zeit  bemerken,  wie  sauber
und  hübsch  die  vorher  so  häßlichen  Dinger,  „Zehen“  genannt,  werden.

Besonders  lasse  man  das  Umbiegen  der  Nägel  nicht  zu,  das  sich  so  ost
an  der  großen  Zehe,  infolge  Druckwirkung,  einstellt  und  so  sehr  schmerzhaft
werden  kann.  Man  beschneide  die  Zehennägel  wie  die  Fingernägel  seitlich
und  runde  sie  nach  der  Mitte  ab.  Dies  verschönt  die  Formen  der  Zehen
bedeutend  und  läßt  bald  kräftige,  gesunde  Nägel  entstehen.

Die  Frau  als  Hausärztin.  14