210  Pflege  der  Schönheit.

Bei  Übereinanderlagerung  der  Zehen,  Verkrüppelung,  Hühneraugen  lasse
man  sachkundige  Massage  sowie  sorgfältige  Ausschneidung  und  Behandlung
der  Hühneraugen  ausführen.  (Siehe  Heilkunde  „Hühneraugen“.)

Die  Zehen  müssen  nach  einem  warmen  Bade  durchgeknetet,  verkürzte
Stellen  gedehnt  und  gestreckt  werden,  falsche  Stellung  verbessert,  wenn  nötig
auch  einige  Zeit  in  einem  Verbande  getragen  werden.  Dadurch  läßt  sich  noch
sehr  viel  zur  Verbesserung  der  Form  des  JFußes  erreichen.

Wird  das  Barfußgehen  im  Sommer  noch  allgemeine  Mode,  dann  wird
man  allerdings  nach  „Fußdoktoren"  schreien;  denn  unter  zehn  Personen  werden
kaum  vier  es  wagen,  ihren  vernachlässigten  und  durch  Schuhwerk  verdorbenen
Juß  ihren  Mitmenschen  zu  präsentieren.  Die  Ausheilung  und  Verschönerung
der  Füße  würde  also  ein  aussichtsreiches  „Spezialfach"  werden.  Und  dies
könnten  wir  nur  mit  Freuden  begrüßen.  Der  Fuß  ist  kein  „Stiefkind“  unter
den  anderen  Gliedern  unseres  Körpers,  —  er  ist  uns  vielmehr  unentbehrlich
und  verdiente  statt  Gefangenschaft  und  Vergewaltigung  Freiheit  und  sorgfältige
  Pflege!  Fig.  99  stellt  einen  wohlgebildeten,  gesunden  Fuß,  von  der
Sohle  aus  gesehen,  dar,  Fig.  100  und  101  zwei  durch  schlechtes  Schuhwerk
verkrüppelte  Füße.  Fig.  101  insbesondere  ist  durch  den  spitzen,  modernen
Schuh  entstanden  und  bei  sehr  vielen  Frauen  zu  finden.

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Die  Pflege  der  BPaare.

Wie  sehr  reicher  Haarwuchs  und  schöne  Haare  zur  Erhöhung  unserer
Schönheit  beitragen,  ist  allgemein  bekannt;  dennoch  wissen  die  Frauen  nicht
alles,  was  den  Haaren  schadet,  oder  was  zu  ihrem  Gedeihen  beiträgt.

Es  hat  Haartrachten  gegeben,  welche  direkt  auf  Haarschwund  hinarbeiteten,
  indem  sie  die  Haare  durch  Zug  bei  straffem  Zusammenbinden  und
Feststecken  an  der  Wurzel  lockerten  oder  durch  erhitzende  Einlagen  die  Ausdünstung
  der  Kopfhaut  unterbrachen  und  dadurch  ein  Ausfallen  der  Haare,
ferner  durch  „Lockenwickler",  zu  häufiges  Brennen  mit  sehr  heißem  Eisen  usw.
ein  Brechen  und  Dünnerwerden  der  Haare  bewirken.  Viel  Unsinniges  haben  die
Frauen  ihrer  Kopfhaut  schon  zugemutet,  und  wenn  Kahlköpfigkeit  nicht  häufiger
unter  ihnen  auftritt,  so  ist  dies  unter  anderem  nur  ihrer  leichteren  Kopfbekleidung
zuzuschreiben,  die  den  Kopf  freier  läßt  als  beim  Manne.  Filzhüte,  schwere
Helme  usw.,  welche  die  Wärmeausstrahlung  des  Kopfes  bedeutend  hemmen,  sind
dem  Haarwuchs  sehr  schädlich,  dagegen  beschweren  die  leichten  Frauenhütchen
den  Kopf  meist  gar  nicht.  Häufiges  Beschneiden  der  Haare  scheint  die  Fruchtbarkeit
  des  Haarbodens  eher  zu  schwächen  als  zu  stärken,  und  das  mag
ein  Grund  mehr  sein,  warum  es  unter  den  Männern  so  ungleich  mehr
Kahlköpfe  gibt  als  unter  den  Frauen.  Der  natürliche  Zustand  bedingt  ein
Wachsenlassen  der  Haare  „so  lange  sie  selber  wollen“,  ein  immer  wiederholtes