Pflege  der  Schönheit.

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Allgemeine  Krankheiten,  auch  nervöse  Einflüsse  können  den  Blutzufluß
hemmen,  daher  so  häufiger  Haarausfall  bei  solchen  Gelegenheiten.

Fig.  15  führt  uns  den  Haarschaft  mit  der  Papille  und  der  Talgdrüse
  vor.

Auch  die  Gesunderhaltung  der  Talgdrüsen,  die  am  Haare  hängen,  ist
für  sein  Gedeihen  notwendig;  erkranken  sie,  wie  bei  verschiedenen  Hautausschlägen,
  dann  fällt  auch  das  zugehörige  Haar  bald  aus.  Sie  sondern
so  viel  Fettstoffe  ab,  daß  die  Haare  weich  und  glänzend  bleiben;  erscheinen
diese  dagegen  spröde,  trocken  und  von  grauem  Schimmer,  dann  erfüllen  die
Talgdrüsen  ihre  Aufgabe  nicht,  sie  sondern  zu  wenig  Fett  ab.  Man  muß  in
diesem  Falle  nachfetten,  was  man  etwa  zweimal  wöchentlich  mit  feinen  Fetten
tun  kann.  Nußöl  (das  die  Haare  dunkelt),  Mandelöl  (parfümiert),  sowie
Rindsfett  mit  Rosenöl  u.  dgl.  sind  überall  gebräuchlich.

Bei  den  käuflichen  Pomaden  hüte  man  sich  vor  ranzigen  Fetten  und
wähle  daher  lieber  parfümierte  Ole.

Niemals  darf  man  jedoch  die  Haare  so  fetten,  daß  sie  fettglänzend
werden  und  gleichsam  „triefen“;  denn  dies  tut  die  Natur  auch  niemals,  es
sei  denn  bei  gewissen  Krankheiten  der  Talgdrüsen,  dem  Schmerfluß,  der
übermäßigen  Fettabsonderung.  Das  ist  aber  ein  häßlicher  Zustand,  der  es
wahrhaft  nicht  verdient,  nachgeahmt  zu  werden.

Auf  dem  Kopfe  wird  das  Fett  durch  die  Wärme  desselben  auch  ranzig;
es  müssen  daher  eingefettete  Köpfe  um  so  öfter  abgeseift  werden.  Da  Fett,
Haarschuppen  und  Staub  auf  dem  Kopfe  leicht  zu  Krustenbildung  führen,
die  man  als  gelben  Belag  auf  dem  Haarboden  vieler  Personen  findet,  und
da  dieser  nur  mit  scharfen,  dichten  Kämmen  abgelöst  werden  kann,  die  den
Haarboden  aber  so  sehr  reizen,  daß  auch  kleine  Blutungen  entstehen,  so  ist
die  häufigere  Anwendung  des  warmen  Wassers  jedenfalls  angezeigt.  Nicht
unerwähnt  soll  bleiben,  daß  gesunde,  gut  gepflegte  Haare  der  künstlichen
Einfettung  nicht  bedürfen;  sie  haben  genügend  eigenes  Fett  und  eigenen  Glanz.
Der  natürliche  Glanz  wird  besonders  durch  Bürsten  vermehrt.

Leicht  gewellte  und  lockige  Haare  sind  sicher  der  schönste  Schmuck  des
Kopfes;  die  kurzgeschnittenen  modernen  Männerköpfe  sind  daher  ausgesprochen
häßlich;  sie  verletzen  unser  Schönheitsgefühl,  obwohl  nicht  geleugnet  werden
kann,  daß  sie  in  der  Sommerhitze  sehr  angenehm  empfunden  werden.  Die
Frauen  kennen  die  verjüngende  Wirkung  der  Stirnlocken  usw.,  daher  werden
diese  von  alt  und  jung,  von  Schönen  und  Unschönen  mit  vieler  Kunst  hergestellt,
  ohne  leider  immer  die  gewünschte  Wirkung  zu  erzielen.  Zu  älteren
Zügen,  zu  einem  kranken  Gesicht  passen  kokette  Löckchen  nicht,  auch  nicht  zu
unglücklich  geformten  Gesichtsteilen,  z.  B.  einer  kolbigen  Nase  und  dergleichen
Seitensprüngen  der  Mutter  Natur.  Es  gäbe  viel  weniger  häßliche  Frauen,
wenn  es  alle  verständen,  die  Toilette  ihren  Körperformen  anzupassen,  also
unangenehme  Gegensätze  zu  vermeiden.  Eine  schlichte  Haartracht,  eine  be-