Pflege  der  Schönheit.  215

—  dann  schaden  auch  milde  Haarfärbemittel  nicht  viel!  In  zweiter  Linie
Vorsichtsmaßregeln  beim  Auftragen  der  färbenden  Flüssigkeiten,  indem  man
es  möglichst  vermeidet,  den  Haarboden  zu  treffen.

Um  die  Haare  aufnahmsfähig  zu  machen,  muß  man  sie  vor  jeder  Färbung
mit  warmem  Wasser  und  etwas  Soda  oder  Seife  gründlich  reinigen.  Sie  verlieren
  dadurch  für  kurze  Zeit  ihr  natürliches  Fett.  Die  festsitzende  Färbung
wird  durch  Wasser  nicht  beeinflußt;  man  kann  also  öfters  die  für  den  Haarboden
  so  wohltätigen  und  die  Farbe  nicht  angreifenden  warmen  Kopfbäder
ausführen,  welche  wesentlich  zur  Gesunderhaltung  des  Haarbodens  beitragen.

Will  man  Haare  entfärben,  so  benützt  man  Zitronensaft.

Richtige  Auswahl  des  Färbemittels,  häufige  warme  Kopfbäder,  vorsichtiges
  Auftragen  —  meist  nur  alle  vier  Wochen  nötig  —,  geben  die  Möglichkeit,
  bei  sonst  normalem  Zustand  der  Kopfhaut  jahrelang  die  Haarfärbung
schadlos  ertragen  zu  können.  Gegen  Glanzlosigkeit  oder  Sprödigkeit  der  Haare
ist  öftere  Einölung  der  Haare  mit  Nußöl  sehr  vorteilhaft.

Aus  Dr.  Thimms  Buch  „Lehre  und  Pflege  der  Schönheit“  entnehmen
wir  folgende  belehrende  und  warnende  Angaben  über  verkäufliche  Haarfärbemittel:
  „Eau  de  Bahama“  enthält  Bleizucker  und  Schwefelblumen,  —  „Eau
de  Oythère“  enthält  Chlorblei,  unterschwefligsaures  Natron,  —  Rosetters
Haar-Regenerator,  Bileizucker,  Schwefel  und  Glyzerin,  —  „Hair
Restoratiw“  Prof.  Woods,  Blei,  —  „Hair-Tonique“,  Indian,  auch
Blei  usw.

Wenig  wert  sind  die  ungleich  färbenden  Mittel,  die  sehr  leicht  abgehen,
also  auch  Kopfkissen  und  anderes  rasch  beschmutzen.  Je  nach  Beschaffenheit
der  Haare  muß  das  Färbemittel  gewählt  werden,  die  Beratung  mit  einem
erfahrenen  Friseur  ist  daher  das  ratsamste,  und  wir  vermeiden  es  aus  diesem
Grunde,  ein  bestimmtes  zu  empfehlen.  Dagegen  wollen  wir  an  dieser  Stelle
den  Einfluß  der  Henselschen  Salzkur  auf  das  Haarwachstum  nicht  unerwähnt
lassen.  Durch  Zufuhr  von  Schwefel  und  Kieselsäure  (monatelanges  Einnehmen),
  an  welchen  so  mancher  chronisch  Kranker  verarmt  ist,  erzielt  man
mitunter  überraschende  Wirkung.  (Siehe  „Henselkur“).

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Pflege  des  Mundes.

Von  größter  Bedentung  für  Schönheit  und  Gesundheit  ist  die  Mundpflege.
  Ein  schmutziges,  krankes  Gebiß,  Zahnlücken,  ein  häßlicher  Mundgeruch,
das  sind  alles  abscheuliche  Dinge,  welche  das  hübscheste  Gesicht  unangenehm
machen  können.  Niemals  vernachlässige  eine  Frau  ihren  Mund!  Bei  auch
nur  scheinbarer  Veränderung  an  den  Zähnen,  bei  leise  beginnenden  Zahnschmerzen
  gehe  man  sofort  zu  einem  guten  Zahnarzt,  lasse  die  entstandenen