216  Pflege  der  Schönheit.

Lücken  füllen  (plombieren!),  Zahnstein,  den  weißgelben  Belag,  entfernen,  ausgebröckelte
  Kronen  neu  aufsetzen  usw.,  damit  sich  weder  Zahnkrankheiten
noch  Schönheitsfehler  entwickeln  können.  Eine  kleine  Lücke  im  Zahn  ist
bald  ausgefüllt,  eine  große  dagegen  wird  oft  sehr  schmerzhaft,  weil  der  Nerv
daun  meist  schon  bloßliegt;  oft  verträgt  der  ausgehöhlte  Zahn  überhaupt
keine  Plombe  mehr,  muß  gerissen  oder  dem  langsamen  Ausbröckeln  überlassen
werden.  Der  Mundgeruch  kommt  oft  aus  den  Zähnen,  weil  sowohl  die
faulenden  Zahnmassen,  wie  die  darin  zurückgehaltenen  Speisereste,  die  sich  in
der  Mundwärme  und  Feuchtigkeit  rasch  zersetzen,  üble  Gerüche  erzengen.
Duldet  man  also  keine  Zahnlücken,  so  hat  man  auch  täglich  dafür  zu  sorgen,
daß  sich  zwischen  den  Zähnen  keine  Speisereste  einlagern,  und  dies  geschieht,
indem  man  nach  den  Mahlzeiten  und  besonders  abends  vor  dem  Schlafengehen
  den  Mund  mit  nicht  zu  kaltem  Wasser  ausspült,  auch  hin  und  wieder
mit  einem  weichen  Zahnstocher  nachhilft.

Um  anregend  auf  die  Mundschleimhaut  und  auf  das  Zahnfleisch  zu
wirken  und  einen  leicht  desinfizierenden  Einfluß  auszuüben,  ist  es  ratsam,
den  Mund  auch  zeitweilig  mit  einem  Kräuterwasser  auszuspülen.  Es
gibt  sehr  viele  gute,  angenehme  Mundwässer,  die  eine  erfrischende  Wirkung
ausüben,  ohne  schädliche  Substanzen  zu  enthalten.  Mineralische  Säuren,
welche  das  Zahnbein  angreifen,  müssen  vollständig  vermieden  werden.
Myrrhe,  Pfefferminz,  Ratanhia,  Benzos  sind  die  gebräuchlichsten  Bestandteile
  der  Mundwässer  und  können  empfohlen  werden.  Das  bekannte  „Odol“
soll  ein  dem  Salol  verwandtes  Antiseptikum  enthalten,  eine  gewisse  Dauerwirkung
  haben,  aber  nicht  unschädlich  sein.  Wer  noch  zeitweilig  mit  einer
weichen  Zahnbürste  und  einem  milden  Zahnpulver  die  Zahnreihen  von
allen  Seiten  abreibt,  so  daß  sie  jedweden  Belag  verlieren,  der  hat  allen
Anforderungen  Genüge  geleistet.  Als  Zahnpulver  empfehlen  wir  Schlemmkreide
  mit  Pfefferminz,  auch  Holzkohle,  welche  beide  reiben,  ohne  den
Zahnschmelz  zu  verletzen.  Nervöse  Personen,  die  leicht  zu  Zahnschmerzen
neigen,  sollen  nur  mit  lauem  Wasser  die  Mundreinigung  vornehmen.  Auch
das  Obst  hat  durch  seine  Säure  keimtötende  Wirkung  und  ist  daher  den
Zähnen  gesund.

Die  Mundhöhle  ist  eine  wahre  Brutstätte  für  Keime  aller  Art,  doch
sind  sie  bei  gesundem  Stoffwechsel,  normalem  Speichel  und  guter  Mundpflege
durchaus  gutartig  und  daher  unwesentlich.  Die  Art  der  Nahrung  hat
natürlich  sowohl  auf  den  Reinlichkeitszustand  der  Zähne  als  auch  auf  die
Keimwelt  der  Mundhöhle  großen  Einfluß.  Je  gröber  und  fester  unsere
Speisen  sind,  desto  stärker  muß  gekaut  werden,  und  je  stärker  wir  harte
Nahrung  kauen,  desto  mehr  werden  die  Zahnwände  gescheuert  und  wird  neuer
Speichel  abgegeben.  Wir  sehen  daher  bei  kräftigen  Landleuten  sehr  oft
blendend  weiße  Zähne,  ohne  daß  die  Betreffenden  je  im  Leben  eine  Zahnbürste
  zur  Hand  genommen  hatten.  Diesen  Vorzug  haben  sie  nicht  nur,  weil