Pflege  der  Schönheit.  217

sie  überhaupt  kräftiger  und  widerstandsfähiger  angelegt  sind,  sondern  weil
ihre  Nahrung  einfacher  ist  und  sie  viel  hartes,  schwarzes  Brot  kauen,  das
ein  ausgezeichnetes  Zahnreinigungsmittel  ist.  Wer  kein  Zahnpulver  hat  und
merkt,  daß  seine  Zähne  gelblich  werden,  der  nehme  alte  harte  Brotrinden  und
scheure  seine  Zähne  tüchtig  damit.  Es  erfüllt  seinen  Zweck  und  kostet  nichts.

Je  mehr  Fleisch  wir  genießen  und  je  feiner  verarbeitet  die  Fleischmassen
sind,  desto  mehr  lagert  sich  davon  zwischen  den  Zähnen  ein  und  desto  leichter
entstehen  Fäulnisvorgänge  im  Munde,  weil  Eiweißstoffe  sich  schneller  zersetzen
als  andere.  Bei  Obst=  und  Körnernahrung  dagegen  ist  dies  nicht  der  Fall.
Durch  verschiedene  Säuren,  scharfe  Gewürze,  Mischung  von  Kalt  und  Warm
usw.,  wie  die  „feine  Küche“  dies  so  mit  sich  bringt,  wird  die  Schleimhaut
des  Mundes  angegriffen,  auch  schwaches  Zahnbein  leidet  darunter.  Das,
was  wir  essen  und  wie  wir  essen,  ist  zur  Erhaltung  der  Gesundheit  unseres
Mundes  von  größter  Bedeutung.

Vor  allem  warnen  wir,  Getränke  und  feste  Speisen  zu  heiß  zu  genießen,
weil  nichts  dem  Zahnschmelz  schädlicher  ist.  Er  bekommt  leicht  Sprünge
davon,  in  welche  sich  Mundkeime  einlagern,  die  dann  den  Anfang  zu  Zahn-Karies
  (Beinfraß,  Entstehung  der  Zahnlücken)  bilden.  Wie  viele  Frauen
haben  sich  faulende  Zähne  durch  heißes  Kaffeetrinken  geholt!  Es  ist  nicht
zufällig,  daß  man  bei  vielen  gerade  die  oberen  Schneidezähne  schwarz  werden
sieht.  Sie  kommen  mit  allen  Speisen  zuerst  in  Berührung  und  erhalten  daher
  nur  zu  leicht  feine  Risse  und  Sprünge.  Der  Zahnschmelz  aber  ist  der
ausgiebigste  Schutz  des  Zahnes,  der  ihn  wie  eine  Schutzdecke  bis  zur  Grenze
des  Zahnfleisches  umhüllt.  Seine  Erhaltung  ist  also  für  die  Gesundheit  der
Zähne  von  großer  Wichtigkeit.

Auch  der  Genuß  des  Eises  („Gefrorenes")  kann  aus  gleichen  Gründen
den  Zähnen  sehr  schädlich  werden.  Man  verzehre  es  daher  in  solcher  Weise,
daß  man  es  am  Gaumen  verlaufen  läßt  und  mit  den  Zähnen  gar  nicht  in
Berührung  bringt.  Der  Genuß  ist  der  gleiche,  und  die  Zähne  erleiden  keine
plötzliche  Abkühlung.

Am  schädlichsten  für  sie  ist  der  plötzliche  Wechsel  von  Warm  und
Kalt,  nach  heißer  Suppe  beispielsweise  kaltes  Wasser  in  die  Mundhöhle  zu
bringen  und  andere  ähnliche  Meisterstücke.  Ißt  man  dazwischen  aber  Brot,
oder  läßt  man  eine  gewisse  Zeit  zur  Abkühlung  verstreichen,  so  ist  die
Wirkung  keine  so  intensive.  Am  richtigsten  ist  es  —  und  dies  kaun  gar
nicht  oft  genug  gesagt  und  dringlich  geung  empfohlen  werden  —  überhaupt
nichts  Heißes  zu  genießen,  da  eine  Temperatur  über  Blutwärme  die  Schleimhäute
  mit  ihren  zarten  Nerven  vom  Schlunde  bis  in  den  Magen  hinein
beleidigt  und  mit  der  Zeit  schädigt.  Auch  die  häusigen  Magengeschwüre
bei  den  Frauen  sind  auf  Jusulte  der  Magenschleimhaut  aller  Art  zurückzuführen,
  worunter  jahrzehntelanges  Heißessen  und  Heißtrinken  eine  große
Rolle  spielen.