Geschlechtsleben.

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Die  weibliche  Scham  enthält  sowohl  die  änßere  Offnung  der  Harn—
röhre,  sowie  jene  der  Scheide,  verschiedene  Drüsen  und  die  sogenannten
„Wollustorgane“,  zu  beiden  Seiten  der  angeführten  Offnungen  gelagert.
Letztere  sind  gefäßreiche  Körper,  welche  bei  geschlechtlicher  Erregung  anschwellen

-

und  die  Prallheit  der  äußerlichen
Geschlechtsteile  bewirken.  Bei
Frauen,  welche  an  sexueller  Un—
empfindlichkeit  leiden,  also  niemals
  in  geschlechtliche  Erregung
geraten,  findet  auch  niemals  eine
Anschwellung  dieser  Teile  statt,
und  ihr  Begattungsorgan  kommt
daher  auch  nicht  in  den  für  den
Befruchtungsakt  günstigen  Zustand.
  Die  Natur  gibt  keine
Organe  zwecklos!  Wenn  sie  nicht
funktionieren,  so  sind  krankhafte
Veränderungen  im  Organismus
die  Ursache,  z.  B.  mangelhafte
Tätigkeit  der  zuleitenden  Nerven
oder  Verkümmerung,  mangelhafte
  Ausbildung  der  betreffenden
  Organe.

Der  kleine  vorspringende  Körper
  oberhalb  der  Harnräöhrenöffnung,
  die  Klitoris,  die  bei
abnormer  Bildung  eine  der  männlichen
  Harnröhre  ähnliche  Verlängerung
  annehmen  kann,  gehört
gleichfalls  zu  den  die  Geschlechtstätigkeit
  erregenden  Organen  und
ist  mit  einem  wichtigen  Nervenstrang
  in  Verbindung.  Reizungen
der  Klitoris  durch  Druck  oder
Berührungen  können  Zuckungen
des  Uterus  auslösen.  Wie  wir

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Fig.  146.  Halbschematische  Darstellung  der  männlichen
  Harn=  und  Geschlechtswerkzenge.

e  Harnleiter.  a  Harnblase.  t  Vorsteherdrüse.

b  Blasenhals.  c  Häntiger  Teil  der  Harnröhre.

d  Gliedteil  der  Harnröhre.  n  Cowpersche  Drüsen.

o  Schwellkörper.  p  Zwiebel  der  Harnröhre.

r  corpus  cavernosum  urethrae.  s  Eichel.

iHoden.  g  Kopf  des  Nebenhoden.  h#  Schweif
des  Nebenhoden.  k  Samenleiter.  !  Samenbläschen.
  m  Ausspritzungskanal.  Nach  König.

schon  aus  dem  anatomischen  Kapitel  über  die  „Geschlechtsorgane"“  (siehe
Seite  40)  wissen,  entstehen  beide  Geschlechter  aus  gleichen  Anlagen,  es  sind

daher  auch  die  gleichen  Organe  bei  beiden  Geschlechtern  vorhanden.

Um

sein  eigenes  Geschlecht  zu  verstehen  und  ein  für  die  Mutterschaft  reifer
Mensch  zu  werden,  muß  man  auch  das  andere  Geschlecht  kennen  und  seine
physiologischen  Außerungen  begreifen.  Daher  geben  wir  hier  auch  eine  kurze

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