Geschlechtsleben.  233

suchen  und  bei  nachgewiesenem  alten  Dammriß  eine  Perineoplastik  machen,
d.  i.  die  Wiederherstellung  des  Dammes  durch  eine  ungefährliche  Operation.
(Siehe  „Dammoperation“.)  Diese  beseitigt  die  Verletzung  als  Folge  der  Geburten
und  wird  die  Frau  dadurch  dem  Manne  bald  wieder  begehrenswerter  werden.

Im  übrigen  treibe  sie  Hautpflege  und  Gymnastik  und  studiere  unser
Kapitel  über  Schönheitspflege.  Gesundheit  verleiht  Schönheit;  geschmackvolle
Kleidung,  feine  Geistesbildung  veredeln  und  erhöhen  ihre  Reize!

S

Praktische  Regeln  für  die  Spe.

Da  beim  Begattungsakte  Nervenkraft  verbraucht  und  innere  Organe
angestrengt  werden,  auch  elektrische  Auslösungen  stattfinden,  so  bedeutet  er
für  beide  Geschlechter  eine  Leistung,  die  für  die  Gesundheit  nicht  gleichgültig
sein  kann.  Die  Außerungen  des  krankhaften  Geschlechtslebens  besprechen
wir  im  nachfolgenden  Abschnitt;  hier  wollen  wir  nur  normale  Verhältnisse
ins  Auge  fassen  und  unerfahrenen  Eheleuten  eine  Grundlage  geben.  Die
Leichtfertigkeit,  mit  der  besonders  Männer  das  Geschlechtsleben  mitunter  behandeln,
  ist  durchaus  ungerechtfertigt;  nicht  nur  ist  der  Geschlechtsverkehr  für
die  Frau  von  den  ernstesten  Folgen  begleitet,  für  die  der  Mann  unter  Umständen
noch  mehr  Verantwortung  trägt,  als  die  Frau  selbst,  sondern  sie  sind  beide
dem  vielleicht  nicht  gewünschten  Kinde  gegenüber  verantwortlich,  das  „zufällig“  ins
Leben  gesetzt  wird,  und  endlich  ist  der  Geschlechtsverkehr  für  beide  hinsichtlich  ihrer
geistigen  Leistungsfähigkeit,  ihrer  Lebensdauer,  der  Heilung  chronischer  Krankheiten
  usw.  von  Bedentung.  Unter  sittlichen  und  gesunden  Menschen  macht  sich
der  Geschlechtstrieb  erst  dann  geltend,  wenn  die  Liebe  einkehrt,  d.  h.  —  so
sollte  es  vielmehr  sein.  Leider  ist  beim  männlichen  Geschlecht  dies  seltener
der  Fall.  Eine  verkehrte  Erziehung,  die  darin  gipfelt,  daß  für  den  Mann
andere  Sittengesetze  gelten  als  für  die  Frau,  Alkohol,  geistige  Überarbeitung,
schlechtes  Beispiel  usw.  bewirken,  daß  der  noch  nicht  ausgewachsene  Jüngling
schon,  ohne  die  wahre  Liebe  zu  kennen,  geschlechtlichen  Verkehr  ausübt,  und
dazu  in  dem  Wahne,  daß  dies  für  seine  Gesundheit  notwendig  sei.  Die
Folge  davon  sind  seine  frühzeitige  Schwächung  und  später  minderwertige  Nachkommen
  in  der  Ehe,  unzählige  Infektionen,  durch  ansteckende  Geschlechtskrankheiten
  entstanden,  Überfüllung  der  Findelhäuser,  seelisch  und  körperlich
zugrunde  gerichtete  Mädchen,  welche  sich  dem  ständigen  Gewerbe  der  Unzucht
widmeten,  um  gegen  Geldgewinn  die  sogenannten  „Bedürfnisse“  der  Männerwelt
  zu  befriedigen:  ein  trauriges  Bild,  von  dem  sich  alle  ernsten  Frauen
nicht  abwenden  dürfen,  weil  die  Vergangenheit  ihrer  Männer  für  sie  nicht
gleichgültig  ist,  noch  weniger  aber  die  Zukunst  ihrer  Söhne.  Zusammentun
müßten  sie  sich,  um  ihr  eigenes  Geschlecht  so  zu  bceinflussen,  daß  sich  immer
weniger  weibliche  Personen  für  dieses  Gewerbe  bereit  finden,  und  auf  die