240  Geschlechtsleben.

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dritten  Abteilung  unseres  Buches  werden  wir  näher  auf  die  Krankheit  der
Frauen,  in  der  Ehe  erworben,  und  das  Siechtum  der  Kinder,  aus  der
Schuld  der  Eltern  hervorgegangen,  eingehen.  Der  Rat,  die  eheliche  Vereinigung
  nur  ein=  bis  zweimal  im  Monat  eintreten  zu  lassen,  hat  Widerspruch
gesunden.  Ganz  merkwürdige,  sehr  entrüstete  Briefe  sind  der  Verfasserin
daraufhin  zugegangen.  Es  sei  deshalb  hier  zur  Versöhnung  dieser  Elemente
hinzugefügt,  daß  bei  gesunden  Eheleuten  im  ersten  Jahre  der  Ehe,  nach
Trennungen  usw.  auch  weniger  strenge  Regeln  aufgestellt  werden  können,
daß  wir  aber  ein  für  alle  geltendes  Prinzip  haben  müssen.  Man  bedenke
auch,  daß  stets  zu  viel,  selten  zu  wenig  auf  diesem  Gebiete  getan  wird,  und
man  beurteile  nicht  alles  nach  persönlichen  Verhältnissen.

Geschlechtsgenuß  ist  ferner  schädlich  nach  körperlicher  Ermüdung,  weil
er  dann  leicht  zu  einem  Zustand  der  Erschöpfung  führt,  ebenso  bei  Erkrankungen
verschiedener  Art.  Wenn  der  Organismus  in  Unordnung  geraten  ist,  wenn
er  verlorene  Kräfte  wieder  ersetzen  muß,  mit  der  Entwicklung  einer  Krankheit
gleichsam  im  Kampfe  liegt,  dann  darf  man  seine  Streitkräfte  nicht  schwächen  und
weitere  Kraftausgaben  nicht  gestatten.  Daher  Zurückhaltung  im  ehelichen  Leben
in  solchen  Fällen.  Aus  ähnlichen  Gründen  ist  geschlechtlicher  Verkehr  auch
während  der  Menstruation  verboten;  der  Uterus  hat  während  dieser  Zeit  einer
anderen  Funktion  zu  dienen;  er  ist  zu  sexuellen  Erregungen  und  zur  Samenaufnahme
  nicht  geneigt.  Finden  sie  dennoch  statt,  so  kann  eine  Erkrankung
der  Frau  eintreten,  die  sich  in  Schmerzen,  großem  Unbehagen,  Entzündungszuständen
  und  allgemeiner  Reizbarkeit  äußern.

Die  Sitte  des  Zusammenschlafens  der  Eheleute  ist  nicht  ganz  einwandsfrei.
  Sie  ist  zwar  sehr  alt  und  hatte  früher  eine  ganz  andere  Bedeutung,
besonders  im  Mittelalter;  aber  sie  läßt  sich  mit  unseren  jetzigen  Zuständen
nicht  mehr  gut  vereinigen.  Die  heutigen  Menschen  sind  reizbarer,  daher
unmäßiger,  sie  sind  nur  zu  oft  schwächlich  und  kränklich;  da  ist  es  weder
angebracht,  daß  sie  gegenseitig  ihre  Ausdünstungen  einatmen,  noch  viel  weniger,
daß  sie  sich  gegenseitig  durch  das  intime  Zusammenleben  erregen.  Zwei
Schlafzimmer  nebeneinander  gestatten  vertrauliches  Zusammensein,  ohne  alle-Schranken
  zwischen  den  Gatten  aufzuheben;  stehen  nicht  zwei  Zimmer  zur
Verfügung,  so  stelle  man  wenigstens  die  Betten  an  verschiedene  Wände  und
führe  einen  verschiebbaren  Bettschirm  ein,  der  das  Bett  der  Frau  schützt.
Bald  werden  die  Gatten  merken,  daß  durch  solche  Einrichtungen  die  Art
ihres  Verkehrs  feiner  und  rücksichtsvoller  wird.

Wie  manches  unglückliche  Kind  wäre  nicht  ins  Leben  gesetzt  worden,
wenn  seine  Mutter  die  Macht  eines  solchen  Bettschirms  gekannt  hätte.
Möchte  unsere  Anregung  Nutzen  bringen!