Geschlechtsleben.  245

der  Menstruation  ist  es  bei  richtiger  Pflege  nicht.  Man  beginne  nach  Ablauf
dieser  Tage  lieber  sogleich  mit  den  gewohnten  kühlen  Abwaschungen.

Auch  der  Wäschewechsel  während  J
der  Menstruationstage  gehört  zur  Rein-  —  ()
lichkeitsfrage.  Die  meisten  Frauen  scheuen  *

sich  vor  dem  Hemdenwechsel  gerade  so
sehr  wie  vor  Bädern,  und  viele  haben  —
entschieden  unangenehme  Empfindungen
oder  sogar  deutliche  Störungen,  wenn  sie
es  trotzdem  einmal  tun.  Kein  Arzt  sollte
es  daher  von  einer  Frau  fordern,  wenn
sie  begründete  Scheu  davor  hat.  Es  ist
damit  wie  mit  dem  Wasser:  ein  Hautreiz,
  der  bei  sensiblen  Nerven  unangenehm
wirkt,  vielleicht  auch  Störungen  der  elektrischen
  Strömungen  u.  dgl.  hervorruft;
eine  Frau  empfindet  ihn  stärker  als
die  andere.  Durch  das  Tragen  der
Binden,  sowie  durch  häufige  Waschungen
wird  das  Hemd  nicht  wesentlich  verunreinigt;
  wenn  also  die  gleichmäßige
Temperatur  desselben  wohl  tut,  behalte
man  es  ohne  Gewissensbisse,  bis  der
Zustand  abgelaufen  ist.

Gut  wird  es  aber  immerhin  sein,
wenn  kräftige  Mädchen  gewöhnt  werden,
sowohl  Wäsche  zu  wechseln,  als  auch
besonders  im  heißen  Sommer  gewohnte
Abwaschungen  während  der  Periode
fortzusetzen.  Sie  erreichen  dadurch  eine
gewisse  Unempfindlichkeit  und  dressieren
Haut  und  Nerven.  Bei  nervösen  und
blutarmen  Frauen  fange  man  jedoch  mit
diesen  Reformen  nicht  an,  solange  sie
kränklich  sind.

Tanzen  und  Singen,  welche
beide  mit  Anstrengungen  und  Erhitzung

verbunden  sind,  vermeide  man  lieber;  Fig.  151.  Periodenbinde.
.  ird  d  1  Zum  Waschen  ausgebreitet.  VII  Zum
es  ist,  als  würde  solche  anspannende  ebrauch  gefaltet  mit  Taillenband.

Tätigkeit  den  Säftestrom  nach  einer
anderen  Richtung  ziehen;  denn  oft  bleibt  der  Abgang  darnach  aus.  Warum
aber  eine  natürliche  Funktion  des  Körpers  wissentlich  stören?!  Kränkliche