Geschlechtsleben.  257

4  bis  5  rasch  aufeinanderfolgenden  Kindern  schon  ganz  erschöpft  sind.  Angstvoll
  rufen  sie  oft  nach  Hilfe,  während  der  Mann  bekümmert,  aber  ratlos  daneben
steht.  Diese  müssen  geschützt  werden,  ohne  daß  die  Ehe  auseinandergeht.
Wir  beginnen  mit  dem  einfachsten  Schutzmittel,  das  sich  jede  Frau  in

der  Not,  und  wenn  sie  zu  kostspieligen  Versuchen  keine  Mittel  hat,  anfertigen
kann:  den  Wattebausch,  der  in  Essigwasser  oder  Ol  getaucht  und  möglichst
hoch  hinaufgeschoben  wird.  Es  muß  dabei  beachtet  werden,  daß  er  sich  nicht
zu  einem  dichten  Ballen  zusammenknäult,  sondern  möglichst  ausgebreitet  über
den  Muttermund  zu  liegen  kommt,  auch  daß  er  viel  Flüssigkeit  enthalte.
Sonst  nützt  er  gar  nichts  s,  sondern  stört  nur.  Damit  sich  jede  Frau  eine
Vorstellung  von  diesen  inneren  Verhältnissen  zu  machen  vermag,  geben  wir
hier  zwei  Zeichnungen  wieder,  welche  den  Gebärmuttermund  mit  den  Scheiden-Fig.

  155.  Occlusiv-Pessar.  Nach  Dr.  Mensinga.

gewölben  darstellt,  die  richtige  Lage  des  Wattebausches  sowie  die  falsche.
Ergießt  sich  das  Sperma  bei  Fig.  154  in  das  linke  Scheidengewölbe,  so  ist
der  Eingang  in  die  Gebärmutterhöhle  frei  und  die  Befruchtung  also  sehr
leicht  möglich.  Es  muß  daher  die  Lage  wie  in  Fig.  153  erreicht  werden,
was  man  nach  überlegten  und  geduldig  wiederholten  Versuchen  auch  bald
erlernt.  Das  Essigwasser  hat  die  Aufgabe,  durch  seinen  Sättegehalt  spermatötend
  zu  wirken,  und  dieser  Umstand  unterstützt  noch  die  Wirkung  des  Wattebausches.
  Je  mehr  Flüssigkeit  also  aus  demselben  während  seiner  Lage  zwischen
den  inneren  Teilen  herausgepreßt  werden  kann,  desto  schutzkräftiger  wird  die  Einlage.
  Sperma,  dessen  Keimzellen  keine  Eigenbewegungen  mehr  haben,  ist  nicht
mehr  wirksam,  kann  daher  auch  keine  Befruchtung  herbeiführen,  selbst  wenn  es
in  die  Gebärmutter  eingedrungen  ist.  Dies  alles  kommt  in  Betracht.  Das
Ol  wirkt  hemmend,  indem  die  Spermazellen  darin  hängen  bleiben.

Nachteile  des  Wattebausches  sind:  seine  leichte  Verschiebbarkeit,  die
Störung,  die  er  als  Fremdkörper  zwischen  den  zarten  inneren  Teilen  bewirkt,
die  Hemmung  des  Austausches  und  die  unter  Umständen  nicht  unbedenutende
Schwierigkeit  seiner  Einlagerung  (kurze  Arme,  Fettbauch,  enge  Scheide-  hoch-Die

  Fran  als  Hausärztin