258  Geschlechtsleben.

stehende  Gebärmutter).  Für  die  „Schwämmchen“  gilt  nahezu  dasselbe,
besonders  hinsichtlich  der  angeführten  Nachteile.

Die  Lister  schen  Schwämmchen  werden  angefeuchtet  möglichst  hoch  eingeführt,
  das  an  ihnen  befestigte  Seidenbändchen  muß  hervorhängen,  damit
das  Schwämnchen  jederzeit  mit  Leichtigkeit  entfernt  werden  kann.

Da  Flüssigkeiten  viel  sicherer  keimtötend  wirken  als  Pulver  oder  aufgelöste
  Fette,  weil  sie  naturgemäß  leichter  in  alle  Falten  eindringen,  so  kam
man  auch  auf  den  Gedanken,  einen  weichen  Körper  einzuführen,  der  eine
keimtötende  Flüssigkeit  absondert  und  daher  einen  gewissen  Schutz  hinsichtlich
der  Empfangsfähigkeit  liefert.  Ein  solcher  Körper  ist  der  „Sicherheits-Schutzring"
  nach  Dr.  Cave.  Seine  Nachteile  sind,  daß  er  sich  leider  oft
verstopft  oder  die  weiblichen  Schleimhäute  in  unangenehmer  Weise  reizt.

Ganz  ähnlich  dem  Schutzringe  sind  die  „Ballotos“  des  Dr.  Martini.
Sie  werden  mit  t  Essigwasser  gefüllt,  vorsichtig  sehr  hoch  eingeführt  und  mittelst

—  eines  Bändchens  wieder  herausgezogen.

Scheidenpulverbläser  verschiedener  Art
sind  in  Deutschland  recht  verbreitet,  sie  verleihen
aber  nur  unter  gewissen  Verhältnissen  Sicherheit.

Große  Verbreitung  fanden  in  den  letzten
Jahren  die  Schutzkappen  von  Dr.  Mensinga,

Matri  Fig.  156.  PLrtent  Matrisalus,  A.  Petulsky  u.  a.,  Pessarium
abrissalarhbester:  Hicgten  )  occlusivum  genannt,  welche  von  vielen  Arzten

sehr  befürwortet  werden.

Wir  bringen  beifolgend  ein  Pessar  mit  Uhrfeder  und  gebogenem
Vorderteil  und  eines  mit  Gunmibändchen.  Ersteres  hat  den  Vorteil,  am
Schambein  besseren  Halt  zu  finden  und  sich  daher  weniger  leicht  zu  verschieben,
  letzteres  den,  ohne  Uhrfeder  hergestellt  zu  sein  und  leichter  entfernt
werden  zu  können.  Sie  sind  aus  feinem  Gummi  angefertigt  und  bieten  bei
richtigem  Sitz  zweifellos  die  größte  Sicherheit.  Allein  wer  setzt  sie  immer
richtig  ein,  und  kann  es  gleichgültig  für  die  Frau  sein,  einen  so  großen
Fremdkörper  stets  mit  sich  herumzutragen?

Soll  das  Pessar  beständigen  Schutz  bieten,  so  darf  es  nur  während  der
Menstruation  entsernt  werden.  Alle  natürlichen  oder  krankhaften  Ausscheidungen
der  Gebärmutter  hält  es  somit  zurück,  und  während  des  Geschlechtsaktes  schafft
es  eine  störende  Einlage  zwischen  den  männlichen  und  weiblichen  Organen,
die  nicht  nur  das  Gefühl  beeinträchtigen,  sondern  auch  normale  feine  Vorgänge
  stören.  Nicht  alle  Franen  erlernen  die  richtige  Einführung  des  Pessariums,
dessen  guter  Sitz  gleichfalls  vom  Bau  des  Gebärmutterhalses  und  seiner  Lage
abhängig  ist.  Um  des  Erfolges  daher  sicher  zu  sein,  muß  zum  Arzt  gegangen
  werden,  der  es  allmonatlich  einlegen  muß.  Dieser  Umstand  vermindert
sowohl  die  Verbreitung  des  Pessariums,  wie  seine  Beliebtheit.  Die  richtige
Lage  desselben  stellt  uns  Fig.  157  vor.  Der  Gebärmutterhals  samt  Mutter-