Geschlechtsleben.  259

mund  steckt  unter  der  Kappe  und  ist  daher  so  lange  dem  Sperma  nicht  zugänglich,
  als  sein  Rand  fest  anliegt.  Häufige  warme  Ausspülungen  müssen  der
Reinlichkeit  wegen  stets  vorgenommen  werden,  allein  auch  sie  reinigen  nicht  den
inneren,  anliegenden  Teil.  Nach  Dr.  Mensinga  hat  die  Einführung  dieser
Schutzkappe  in  vielen  Ehen  häusliches  Glück  und  Gesundheit  wiedergebracht
und  haben  die  weiblichen  Ehehälften  besonders  versichert,  sie  störe  gar  nicht
und  beeinträchtige  die  Gefühle  nicht;  wir
sügen  hinzu,  daß  diese  Versicherungen  insofern
  richtig  sind,  als  es  sich  in  diesen
Fällen  stets  um  nervöse,  mehr  oder  minder
leidende  Frauen  handelte,  die  durch  den
Congressus  interruptus  jahrelang  Befriedigung
  entbehrt  hatten  und  daher  den  bedeutend
  natürlicheren  Geschlechtsverkehr  mit  der
Schutzkappe  als  wohltätig  empfanden.  Eine
gesunde  Frau  aber,  die  an  natürlichen
Geschlechtsverkehr  gewöhnt  war,  wird  Fig.
nach  Einlegung  eines  solchen  Pessariums  Nichtige  Lage  des  Matzisalts.  Pessars.
anders  urteilen.  Ihr  Arteil  ist  maß-  O.  Bebärmutter  ainn  Haruolafe.  Glmkatgebender.
  Handelt  es  sich  um  ernste  Fälle,
in  welchen  Leben  und  Gesundheit  einer  Frau  durch  eine  nochmalige  Entbindung
schwer  gefährdet  würden  und  wo  deshalb  absolute  Sicherheit  geschaffen  werden
muß,  und  ist  die  Frau  gewillt,  ihrem  Manne  mäßigen  Geschlechtsverkehr  zu
gestatten,  um  das  Glück  ihrer  Ehe  zu  erhalten  —  ihr  selbst  ist  unter  solchen
Umständen  meist  nur  vollständige  Enthaltsamkeit  enzuempsehlen  —,  so  raten  wir,
sich  um  keinerlei  Nebenum-  .-...
stände  zu  bekümmern  und  der
Sicherheit  wegen  sich  zu  den
Schutzkappen  zu  entschließen,
aber  nur  nach  ärztlicher  Beratung.
  Soll  Reizzuständen
am  Muttermunde  durch  angesammelte
  Schleimmassen  "
vorgebeugt  werden,  dann  Fig.  158.  Eiuführung  des  Matrisalus-Pessars.
muß  wenigstens  alle  14  Tage  die  Entfernung  der  Kappe  vorgenommen
werden,  damit  gründliche  Reinigung  ausgeführt  werden  kann.  Besser  ist  es,
sie  überhaupt  nicht  liegen  zu  lassen.  Die  richtige  Einführung  übe  man  unter
Leitung  einer  Arztin  ein.  Sie  gestattet  ein  stundenweises  Einlegen  und  verhütet
die  genannten  Übelstände.  Die  sicherste  Schutzkappe  ist  unzweifelhast  das  Zephir-Nöhren-Pessar
  „Ideal“.  Wie  Fig.  159  darstellt,  umfaßt  es  den  Scheidenteil
der  Gebärmutter  ganz  fest  und  schließt  ihn  also  ab,  wie  kein  anderes  Pessar.
Die  Einführung  aber  ist  noch  schwieriger  als  beim  Mensinga-Pessar;  sie  kann
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